Deutsche Wirtschaft stellt sich gegen Klitschko

Unermüdlich hat der ukrainische Oppositionspolitiker Vitali Klitschko auf der Münchner Sicherheitskonferenz den Westen aufgefordert, energische Maßnahmen gegen die Regierung in Kiew zu ergreifen, darunter Embargos und Reiseverbote. Die deutsche Wirtschaft weist den Boxer in die Schranken.

Wirtschaftssanktionen gegen die Ukraine würden „die Spaltung im Land derzeit nur vertiefen und einen Kompromiss erschweren“, sagte der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, Eckhard Cordes, der „Bild am Sonntag“. Sanktionen seien angemessen für Länder, von denen Gewalt gegen andere Staaten ausgehe. Dies sei im Fall der Ukraine aber nicht gegeben.

Cordes sprach sich statt dessen für eine stärkere „Vermittlerrolle“ Deutschlands in der Ukraine aus. „Unser Wort hat in Kiew, Moskau und Brüssel hohes Gewicht“, sagte der Verbandschef. Bis zu 500 deutsche Unternehmen sind in der Ukraine tätig, der Handelsumfang liegt bei rund 6,5 Milliarden Euro.

Klitschko hatte im Interview mit der ARD zuvor die USA und die Länder der EU aufgefordert, die Opposition in der Ukraine auch „praktisch“ zu unterstützen. „Es muss gegen die, die Menschenrechte in der Ukraine verletzen, Sanktionen geben“, forderte der Vorsitzende der Partei Udar (Schlag). Dazu sollten Einreiseverbote und das Sperren von Bankkonten gehören.

[Stimme Russlands]