… denken wir in zig, in Hunderten von Jahren

aus dem Interview des Präsidentensprechers Dmitry Peskow mit CNN

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Der russische Präsidentensprecher Peskow hat Matthew Chance vom CNN in Moskau ein Interview gegeben.

Angesprochen auf die russisch-US-amerikanischen Beziehungen meinte er, dass die derzeitige Hysterie im offiziellen Washington den Beziehungen schade.
„Das ist etwas Unglaubliches und ich denke, dass es für unser nationales Interesse nicht nützlich ist – ich meine sowohl die Interessen der USA und Russlands“.

Auf die Frage, ob es klug von Präsident Trump war, Russland so sehr in den Mittepunkt seines Wahlkampfes zu stellen, meinte er, die Frage impliziere, das Russland ein Störfaktor sei:
„… wir haben nicht die geringste Absicht, zu stören. Das einzige, was ich sagen kann, ist, dass diese ganze Hysterie in der öffentlichen Meinung, im offiziellen Washington und die Hysterie in den amerikanischen Medien unseren bilateralen Beziehungen für die Zukunft schweren Schaden zufügen.“

„Natürlich werden wir nie in allen Dingen einer Meinung sein, es wird immer Meinungsverschiedenheiten geben. Aber je früher wir anfangen zu sprechen, umso besser ist es für beide Länder. Ich denke, es ist höchste Zeit, dass in Amerika jemand aufsteht und sagt ‚Hört zu Jungs, fangen wir an und beschauen uns das Ganze mal aus einem anderen Blickwinkel‘.“

CNN fragte, ob Putin nicht eine gewisse Befriedigung empfinde, wenn er jetzt sieht, wie sich sein einstiger Gegner im Kalten Krieg selbst in Stücke reißt, und Peskow erklärte:
„Überhaupt nicht. Niemand kann die Bedeutung der bilateralen Beziehungen mit den USA ignorieren. Es ist ein sehr wichtiges Land und es ist der Global Player Numero Eins und es ist die Nummer eins in der globalen Wirtschaft und wir alle sind an einem stabilen, berechenbaren und vereinigten Amerika interessiert und so ist es auch für uns. Wir sind an einem berechenbaren Partner, einem berechenbaren Gegenüber für einen Dialog interessiert.
Leider haben wir zurzeit keine angenehmen Bedingungen für einen Dialog und das ist sehr schade. Wir sind wirklich sehr traurig wegen der jetzigen Situation, mit der wir konfrontiert sind. Es herrscht ein emotionaler Terrorismus, in dem versucht wird, Russland zu einem toxischen Land zu machen, einen toxischen Botschafter aus dem Botschafter Russlands zu machen.“

Noch glaubt Peskow die Beziehungen zwischen beiden Ländern wiederherstellen zu können.
„Lasst uns nicht in Zeitkategorien von einem Tag, einem Monat oder einem Jahr denken. Lasst uns ein wenig weitsichtiger denken. Machen wir es wie unsere chinesischen Freunde, denken wir in zig, in Hunderten von Jahren, also müssen wir unsere Beziehungen zwangsläufig normalisieren.“
(hmw/russland.news)

Über den Autor

Hanns-Martin Wietek
Arbeitet als freier Publizist für russische Literatur und Geschichte für verschiedene Medien. Literaturkritiker für buechervielfrass.de und russland.RU. Seit 2003 bei russland.RU zuständig für Kunst und Kultur und stellt russische Künstler vor.