Déjà-Vu nach 13 Jahren

[Stefan Korinth] Ein Kommentar zu den Parallelen im öffentlichen Umgang mit 9/11 und dem Ukraine-Konflikt

Ende 1991 verschwand die Sowjetunion von der politischen Landkarte. Bereits in den Monaten zuvor hatte sich der Warschauer Pakt aufgelöst. Der große Feind des Westens war nicht mehr da. Für die westliche Rüstungswirtschaft und ihre politischen Unterstützer war das Ende der Ost-West-Konfrontation ein Problem. Die Rechtfertigung für horrende Militärausgaben fehlte plötzlich. Passenderweise gab es bald einen neuen furchterregenden Feind: Spätestens mit den Anschlägen vom 11. September 2001 übernahm der islamistische Terrorismus („Al Qaida“) diese Universalrolle.

„Dass ein Feind sich einfach auflöst, wird den USA nicht nochmal passieren“, prophezeite der politische Kabarettist Volker Pispers bei seinen Auftritten in den Jahren danach. Er behielt Recht. Die US-Amerikaner und ihre Verbündeten kämpfen immer noch gegen Islamisten wie nun ISIS. Die „terroristischen Mörderbanden“ (Steinmeier) seien bis heute eine „extreme Bedrohung“ (US-Verteidigungsminister Hagel) für die freie Welt geblieben, so der öffentliche Tenor. Die Anschläge von New York und Washington vor 13 Jahren waren der Kulminationspunkt dieser Entwicklung.

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