Confed-Cup 2017: Fahrverbot für Petersburger Kanalschiffe drastisch gelockert

Foto: © Eugen von Arb/SPZ

Das drakonische Fahrverbot für Petersburger Kanalschiffe während des FIFA-Föderations-Cups wurde im letzten Moment gelockert. Trotzdem erhielten die Schiffsbetreiber viele Absagen.

Noch im April hatte das russische Transportministerium aus Sicherheitsgründen ein komplettes Fahrverbot für das Petersburger Kanalnetz während der gesamten Dauer des Föderations-Cups vom 1. Juni bis 4. Juli angekündigt. Die Schifffahrtsbetreiber, für die der Juni der einträglichste Monat der ohnehin kurzen Saison bedeutet, reagierten schockiert.

Wohin mit all den Booten?!

Auch die Petersburge Yachtklubs, die angewiesen wurden, sämtliche Schiffe aus der Fünf-Kilometerzone um das Zenit-Stadion auf der Krestowski-Insel abzuziehen, gerieten in Panik, weil sie ganz einfach nicht wussten, wohin mit all den Booten. Dieselbe Regelung hätte auch den Fährschiffbetrieb während des Cups gelähmt.

Nach einer Intervention der Petersburger Stadtregierung in Moskau wurden die Massnahmen drastisch auf ein vernünftiges Mass zurückgestuft. Zum ersten wird der Schiffsverkehr nur an den vier Spieltagen – 17./22./24. Juni und 2. Juli eingeschränkt. Ausserdem gilt das Fahrverbot auch dann nur in einer Wasserzone unmittelbar um das Stadion, und die Fünfkilometerzone wurde ganz gestrichen.

Zahlreiche stornierte Fahrten, schlechtes Wetter und wenig Touristen

Dieser Rückzieher in letzter Minute sorgte für ein allgemeines Aufatmen bei allen Schiff- und Bootsbesitzern. Allerdings, so sagten die Tourismusunternehmen und Kanalschifffahrer gegenüber Fontanka.ru, hatten die Ankündigung für zahlreiche Stornierungen durch Kunden gesorgt. Das gilt vor allem für jene Unternehmen, die Schiffe für Betriebsfeste und Hochzeiten vermieten.

Hinzu kommen das schlechte Wetter und die generell niedrige Zahl von Touristen, welche die Einkünfte der Schifffahrt auf bis zu 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr zusammenschrumpfen lassen.

(Eugen von Arb/St. Petersburger Herold)