Peking hat Moskau mitgeteilt, dass es bereit ist, die Visumbefreiung für russische Staatsbürger um ein Jahr zu verlängern, wie das russische Außenministerium gegenüber der Zeitung Iswestija mitteilte. In diesem Fall würde die Visumbefreiung bis Mitte September 2027 gelten.
Derzeit gilt die visumfreie Einreise im Testbetrieb bis zum 14. September 2026: Russische Staatsbürger können für 30 Tage nach China reisen und müssen lediglich einen Reisepass mitführen. Moskau hat seinerseits ab dem 1. Dezember 2025 eine visumfreie Regelung für Peking eingeführt. Bei der Umsetzung seien keine ernsthaften Probleme aufgetreten, sodass Verhandlungen über eine Verlängerung möglich seien, teilte das russische Außenministerium mit.
Am 5. April erklärte der chinesische Botschafter in Moskau, Zhang Hanhui, dass die Visumbefreiung zwischen Russland und China unbefristet verlängert werden sollte. Seinen Worten zufolge habe diese Initiative den Völkern beider Länder Vorteile gebracht.
Experten, die von Iswestija befragt wurden, gehen jedoch davon aus, dass Peking einer unbefristeten Aufhebung der Visumpflicht kaum zustimmen wird und einer jährlichen Verlängerung den Vorzug geben wird. An dieser Politik hält China konsequent fest: Es gibt kein einziges Land, für dessen Bürger China die Visumpflicht unbefristet aufgehoben hat.
Im Jahr 2025 ist der Touristenstrom aus China nach Russland um 1,6 % zurückgegangen und belief sich auf etwas mehr als 800.000 Personen, wie „Interfax“ unter Berufung auf Daten des russischen Grenzschutzes berichtet. Dabei reisten Touristen aus China im vergangenen Jahr am häufigsten nach Russland. Das Interesse der Russen an Reisen nach China stieg nach der Einführung der Visumfreiheit. Laut RIA Nowosti, das sich auf statistische Daten beruft, unternahmen Touristen aus der Russischen Föderation im vierten Quartal 2025 rekordverdächtige 746.000 Reisen nach China.
Gemäß dem Plan des russischen Wirtschaftsministeriums soll der Touristenstrom aus China 5,5 Millionen Menschen erreichen. Zu diesem Zweck ist geplant, die Anzahl der Flüge deutlich zu erhöhen und die touristische Infrastruktur, insbesondere im Fernen Osten, wo der Grenztourismus bereits gut ausgebaut ist, zu verbessern.
Am 31. März erklärte Wirtschaftsminister Maxim Reschetnikow, dass China und Russland über eine Verlängerung der Visumbefreiung beraten. Eine Verlängerung des Abkommens könnte zur Förderung des Autotourismus beitragen, so der Minister.

COMMENTS