Champions League: 1:3-Heimniederlage für ZSKA gegen Bayern

Zenit bekommt eine 1:4-Lehrstunde in Wien und kommt trotzdem ins Achtelfinale.Zenit bekommt eine 1:4-Lehrstunde in Wien und kommt trotzdem ins Achtelfinale.
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Moskau. Der FC Bayern München gewinnt auch sein zehntes Champions-League-Spiel in Folge. Glänzen konnten die Bayern heute über weite Strecken der Partie jedoch nicht. Nach einer überwiegend  dominanten ersten Hälfte der Münchner und der 1:0-Führung durch Robben (17.), kam ZSKA zunächst richtig gut aus der Kabine. Doch Honda ließ zwei dicke Chancen für seine Mannschaft aus. Götze erhöhte mit starkem Solo auf 2:0 (56.), ehe Honda bei einem Elfmeter dann doch erfolgreich war und den Anschluss herstellte (62.) Nach Müllers Strafstoß-Treffer wenige Minuten später (65.) war die Sache dann aber für die Bayern gelaufen.

ZSKA Moskau war bisher in dieser Saison in der Königsklasse nicht sehr erfolgreich. Drei Punkte hat das Team bisher dank des 3:2-Erfolg Anfang Oktober gegen Viktoria Pilsen. Gegen die Bayern im Hinspiel (0:3) und in den beiden Partien gegen Manchester City (1:2, 2:5) gab es nichts zu holen.

 

Für die Mannschaft von Trainer Leonid Slutskij könnte der Weg, bei entsprechenden Ergebnissen aus den letzten beiden Gruppenspielen im Duell mit den Pilsenern, aber immerhin noch in die Europa League führen. Dafür würde den Moskauern selbst bei einer Niederlage gegen die Bayern und unabhängig vom Ausgang des Parallelspiels ein Unentschieden am letzten Spieltag gegen den tschechischen Meister reichen.

 

Slutskij veränderte seine Mannschaft nicht großartig. Zuber ersetzte den angeschlagenen Doumbia. Topstar Alan Dsagoew ist nach mehrwöchiger Verletzungspause nicht rechtzeitig fit geworden. Er hat in der Königsklasse in dieser Spielzeit noch kein einziges Spiel bestritten.

 

Das Spiel – Erste Halbzeit

 

Schon in diesen ersten Sekunden sah man deutlich, wie krass der Ball auf dem eisigen Rasen angesichts des miesen Wetters über das Feld holperte. Ein fußballerischer Leckerbissen war bei etwa fünf Grad Minus nicht zu erwarten.

 

ZSKA begann mit einem frühen Pressing, München wurde dadurch zum ein oder anderen Fehlpass gezwungen. Die Moskauer hatten sich einiges vorgenommen für diese Partie. Gefährlich wurde es für das Tor der Bayern aber noch nicht.

 

Die äußeren Bedingungen waren sicherlich sehr grenzwertig und die Bayern hatten in der Anfangsphase damit eindeutig mehr Probleme als ZSKA. Die Gastgeber begegneten dem haushohen Favoriten auf Augenhöhe und hatten sogar ein leichtes Übergewicht.

 

In der 17. Minute dann aber Tor für Bayern München: 0:1 durch Arjen Robben. ZSKA spielte gut, aber die Bayern präsentieren sich der Witterung entsprechend eiskalt. Kroos spielte einen tollen Steilpass nach links an den Strafraum zu Müller. Müller hatte das gute Auge für den im Rückraum startenden Robben und servierte diesem maßgerecht den Ball. Der Niederländer bedankt sich und hämmert das Leder aus zehn Metern ins linke Eck. Da hatte Akinfejew im ZSKA-Tor nichts zu halten.

 

Nach dem Führungstreffer waren die Münchener wesentlich präsenter und kamen auch besser in das Spiel. Die Gastgeber bekamen nun offensichtlich aber auch etwas Angst vor der eigenen Courage. Vom munteren Angriffsspiel der ersten Minuten war nicht mehr viel zu sehen.

 

Ab der 30. Minute hatten sich die Moskauer, nach der schwachen Phase im Anschluss an den Rückstand, wieder etwas gefangen und versuchten mehr den Bayern dagegen zu setzen. Trotzdem war typisch für die erste Halbzeit, dass ZSKA seine beste Chance erst in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit hatte. Honda brachte Musa mit einem genialen Pass im Strafraum ins Spiel. Dieser wurde von Boateng und Javi Martinez bedrängt, wurschtelte sich aber bis zum Fünfer durch und schob Torwart Neuer den Ball dann aus dieser aussichtsreichen Position genau in die Arme. Da war viel mehr drin für den ZSKA-Angreifer.

 

Die Spieler von Trainer Slutskij waren vom Anpfiff weg besser in der Partie gekommen als der Champions-League-Titelverteidiger und hatten in der Anfangsphase nach Ecken sogar ein paar Mal etwas Gefährliches vor dem FCB-Tor zu bieten. Mit dem allerersten richtigen Bayern-Angriff erzielte Robben aber die Führung für die Gäste. Danach spielten über weite Strecken nur die Münchner, die es aber aufgrund der fehlenden Konsequenz beim letzten Pass versäumten auf 2:0 zu erhöhen. So ließen sie die Hausherren zumindest ergebnistechnisch noch am Leben.

 

Zweite Halbzeit

 

Ohne weitere Wechsel begann der zweite Spielabschnitt. Bayer musste bereits den angeschlagenen Lahm durch Thiago in der 28. Minute ersetzen. Es schneite übrigens immer noch heftig.

 

Die Gastgeber kamen mit frischem Mut vom Pausentee und machten das Spiel, genau wie zum Beginn des Match. Da hatte Trainer Slutskij anscheinend die richtigen Worte in der Kabine gefunden. Und so hatte Honda in der 47. Minute die große Chance zum 1:1. Bei einem weiten Ball war der Mittelfeldregisseur der Moskauer völlig alleine vor Neuer, zögerte aber unverständlich lange und wollte den deutschen Nationaltorwart dann offensichtlich ganz billig austanzen. Der musste sich nur hinlegen und den Ball unter sich begraben. Superschwach gemacht von Honda und viel Dusel für die Bayern, die mit den Gedanken wohl noch in der warmen Kabine waren. Was machte der Japaner denn da nur?

 

Drei Minuten später verdaddelte Honda die nächste dicke Möglichkeit. Diesmal pennten die Münchener bei einer flachen Hereingabe von der rechten Seite. Aber dem Japaner versagten erneut die Nerven. Aus kürzester Distanz schob er Neuer den Ball genau in die Arme. Was machte der Japaner denn da nur wieder?

 

Danach noch zwei gute Chancen für ZSKA um zum verdienten Ausgleich zu kommen. Aber, was kommt, wenn man seine Chancen nicht nutzt? Richtig – Tor für Bayern München, 0:2 durch Mario Götze in der 56. Minute.

 

Wenn nicht viel geht, dann kommt eben von irgendwo ein Götze her. Und es war ein Traumtor. Rechts am Strafraum der Moskauer schnappte sich der Nationalspieler den Ball, zog unwiderstehlich das Tempo an und lies vier Gegenspieler wie die Slalomstangen stehen. Dann vollendete Götze eiskalt und technisch perfekt mit dem linken Fuß rechts unten.

 

In der 61. Minute dann Elfmeter für ZSKA. Es war wenn überhaupt ein Kann- keinesfalls ein Muss-Elfer. Dante bekam den Ball im eigenen Strafraum aus kurzer Entfernung an die Hand geschossen. Ein etwas glücklicher Strafstoß für die Gastgeber. Nachdem er zwei Riesenchancen aus dem Spiel heraus kläglich vergeben hatte trat Honda zum Handelfmeter an. Er schickte Neuer ins rechte Eck und verwandelt unten links – eine sichere Angelegenheit und der Anschlusstreffer zum 1:2.

 

Und zwei Minuten später: Strafstoß für die Bayern. Der Schiedsrichter hieß Antony Gautier und kam aus Frankreich. Schennikow wollte im Strafraum klären, traf dabei aber nicht den Ball, sondern nur den heraneilenden Robben. Sekundenbruchteile zuvor hatte Götze aus kurzer Distanz den Pfosten getroffen. Thomas Müller trat für Bayern an und er traf auch ganz sicher. Der alte Zwei-Tore-Abstand war wiederhergestellt – 1:3.

 

Die Bayern taten danach nur noch das Allernötigste und luden so die Moskauer immer mal wieder zu Angriffen ein. Aber so richtig wollte bei ZSKA auch nichts mehr zusammenkommen. Wenn die Moskauer ihre Chancen in der zweiten Halbzeit besser genutzt hätten, sähe es nicht so düster aus.

 

Pleiten-Pech und Pannen: In der 79. Minute dann noch ein Lattenkracher von Zoran Tosic von ZSKA. Völlig frei lauerte der Mittelfeldspieler knapp hinter der bayrischen Strafraumgrenze, wurde mustergültig angespielt und knallte die Kugel per Direktabnahme an den Querbalken. So viel Dusel kann nur Bayern haben.

 

Die Bayern standen weiter sehr tief und lauerten nur noch auf Konter. Wenn sie dann in Ballbesitz kamen, wurde nicht gut gespielt und bei ZSKA schienen der Wille und die Kraft am Ende zu sein. In der 87. Minute musste Akinfejew gegen Robben noch einmal sein ganzes Können zeigen um den vierten Treffer von Bayern zu verhindern.

 

Die Schlussphase der Partie gehörte wieder den Moskauern, die trotz des aussichtslosen Spielstands noch einmal alles in die Waagschale warfen. Richtig gefährlich wurde es dabei aber nicht mehr und so stand die 1:3-Heimniederlage für ZSKA am Ende.

 

ZSKA wird trotz der vierten Niederlage im fünften Spiel wohl in die Europa League einziehen. Den Moskauern reicht im Aufeinandertreffen mit den Pilsenern ein Punkt zum Abschluss der Gruppenphase.

Gruppe D: Mittwoch, 27.November

ZSKA Moskau – Bayern München 1:3 (0:1)

0:1 Robben (17.), 0:2 Götze (56.), 1:2 Honda (61./HE), 1:3 Müller (65./FE)

 

Manchester City – ViktoriaPilsen 4:2 (1:1)

1:0 Agüero (33./HE), 1:1 Horava (43.) 2:1, Nasri (65.), 2:2 Tecl (69.), 3:2 Negredo (78.), 4:2 Dzeko (89.)

 

1.Bayern München 5 Spiele 15:2 Tore 15 Pkt.

2.Manchester City 5 – 15:8 – 12

3.ZSKA Moskau 5 – 7:15 – 3

4.Viktoria Pilsen 5 – 4:16 – 0

 

Gruppe A: Mittwoch, 27.November

 

Bayer Leverkusen – Manchester United 0:5 (0:2)

0:1 Valencia (22.), 0:2 Spahic (30./ET) 0:3 Evans (66.), 0:4 Smalling (77.), 0:5 Nani (89.)

 

Schachtar Donezk – San Sebastian 4:0 (1:0)

1:0 Adriano (37.), 2:0 Alex Teixeira (48.), 3:0 Costa (68.), 4:0 Costa (87.)

 

1.Manchester United 5 – 11:3 – 11

2.Schachtar Donezk 5 – 7:5 – 8

3.Bayer Leverkusen 5 – 8:10 – 7

4.San Sebastian 5 – 1:9 – 1

 

Gruppe B: Mittwoch, 27.November

 

Real Madrid – Galatasaray 4:1 (1:1)

1:0 Bale (37.), 1;1 Bulut (39.), 2:1 Arbeloa (51.), 3:1 Di Maria (64.), 4:1 Isco (81.)

 

Rot: Ramos (Real/27./Notbremse)

 

Juventus Turin – FC Kopenhagen 3:1 (1:0)

1:0 Vidal (29./HE), 1:1 Mellberg (56.), 2:1 Vidal (61./FE), 3:1 Vidal (64.)

 

1.Real Madrid 5 – 18:5 – 13

2.Juventus Turin 5 – 9:8 – 6

3.Galatasaray 5 – 7:14 – 4

4.FC Kopenhagen 5 – 4:11 – 4

Gruppe C: Mittwoch, 27.November

 

Anderlecht – Benfica Lissabon 2:3 (1:1)

1:0 Mbemba (19.), 1:1 Matic (34.), 1:2 Mbemba (52./ET), 2:2 Bruno (77.), 2:3 Rodrigo (90.)

 

Paris SG – Olympiacus Piräus 2:1 (1:0)

1:0 Ibrahimovic (7.), 1:1 Manolas (80.), 2:1 Cavani (90.)

 

Gelb-Rot: Verratti (PSG/46./w.Foul)

 

1.Paris SG 5 – 15:3 – 13

2.Olympiacus Piräus 5 – 7:7 – 7

3.Benf.Lissabon 5 – 6:7 – 7

4.Anderlecht 5 – 3:14 – 1