Bundestag verabschiedet Armenien-Resolution

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[Von Peter Mühlbauer] – Heute Mittag hat das deutsche Parlament in Berlin mit Unterstützung der Linkspartei eine von CDU, CSU, SPD und Grünen eingebrachte Resolution über die Wertung der Vertreibungen und Massenmorde an Armeniern und anderen christlichen Bevölkerungsgruppen des Osmanischen Reiches während des Ersten Weltkrieges mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung verabschiedet. In diesem fünfseitigen Papier heißt es wörtlich:

Der Deutsche Bundestag […] beklagt die Taten der damaligen jungtürkischen Regierung, die zur fast vollständigen Vernichtung der Armenier im Osmanischen Reich geführt haben. […] Im Auftrag des damaligen jungtürkischen Regimes begann am 24. April 1915 im osmanischen Konstantinopel die planmäßige Vertreibung und Vernichtung von über einer Million ethnischer Armenier. Ihr Schicksal steht beispielhaft für die Geschichte der Massenvernichtungen, der ethnischen Säuberungen, der Vertreibungen, ja der Völkermorde, von denen das 20. Jahrhundert auf so schreckliche Weise gezeichnet ist.

Außerhalb der Türkei ist mittlerweile relativ unstrittig, dass während des Ersten Weltkrieges eine enorm große Zahl von Armeniern und Assyrern bei Deportationen ums Leben kam – sowohl durch direkte Gewaltausübung als auch durch Hunger, Durst und Erschöpfung. In Briefen deutscher Diplomaten werden Teile der damaligen politischen Führung des Osmanischen Reiches zitiert, die im Gespräch offen zugaben, dass die „Verbannung“ das Ziel habe, „die Armenier zu vernichten“.

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