Feuerpause für Oleschky: Russland und Ukraine vereinbaren Hilfe und Evakuierungen

Unter Vermittlung von Melania Trump haben Russland und die Ukraine einer örtlich begrenzten Waffenruhe für die besetzte Stadt Oleschky zugestimmt. Sie soll Hilfslieferungen und die Evakuierung von Zivilisten ermöglichen. Moskau kündigte inzwischen an, das Feuer bereits zwei Tage vor dem vom Weißen Haus genannten Termin einzustellen.

Für die verbliebenen Einwohner der ukrainischen Frontstadt Oleschky eröffnet sich die Aussicht auf Hilfe und einen sicheren Weg aus dem Kriegsgebiet. Nach Angaben des Weißen Hauses haben Russland und die Ukraine vereinbart, die Kampfhandlungen dort vorübergehend einzustellen. Die am 23. Oktober bekannt gegebene Vereinbarung soll humanitäre Lieferungen ermöglichen und die Evakuierung über einen gesicherten Korridor vorbereiten. Washington schreibt der amerikanischen Präsidentengattin Melania Trump die Vermittlung zu.

Die Stadt, in russischen Berichten Aleschki genannt, liegt am linken Dnipro-Ufer gegenüber Cherson und steht seit 2022 unter russischer Besatzung. Vor dem Krieg lebten dort ungefähr 25.000 Menschen. Nach ukrainischen Schätzungen sind noch etwa 2.000 Einwohner geblieben, darunter rund 50 Kinder.

Viele der verbliebenen Bewohner sind älter und benötigen dringend Medikamente, medizinische Versorgung, Lebensmittel und sauberes Wasser. Nach der Darstellung des Weißen Hauses erschweren eingeschränkte Stromversorgung, verminte Straßen und regelmäßige Angriffe das Überleben. Zivile Vertreter beider Seiten sollen die Menschen in ihren Häusern aufsuchen und ihren Hilfebedarf feststellen. Wer die Stadt verlassen möchte, soll Transport und Unterstützung zu einem selbst gewählten Ziel erhalten.

Auch Moskau und Kiew bestätigten die Verständigung. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärte, die Militärs stimmten die zeitlichen Einzelheiten ab. Die Vorbereitung sei aufwendig; die Evakuierung selbst könne mindestens mehrere Tage dauern. Details zu den vorgesehenen Routen nannte er nicht. Zugleich würdigte er Melania Trumps Beitrag zur Koordinierung.

Auf ukrainischer Seite bestätigte der Menschenrechtsbeauftragte Dmytro Lubinez, dass die Vereinbarung eine Feuerpause, Hilfslieferungen und die sichere Ausreise von Zivilisten umfasse. Er bezeichnete die Operation als äußerst komplex und kündigte eine Umsetzung in Etappen an.

Bei den öffentlich genannten Terminen ist allerdings zu unterscheiden: Das Weiße Haus kündigte den Beginn der örtlichen Waffenruhe für den 29. Oktober an. Russlands Generalstabschef Waleri Gerassimow erklärte später, die russischen Streitkräfte würden bereits am 27. Oktober um 4 Uhr Moskauer Zeit im Frontabschnitt Cherson das Feuer einstellen, um die humanitäre Operation im Raum Oleschky zu ermöglichen. Damit liegt eine frühere russische Ankündigung vor; ein entsprechend vorgezogener gemeinsamer Beginn lässt sich daraus allein noch nicht ableiten.

Eine genaue Gesamtdauer wurde zunächst nicht bekannt gegeben. Der ukrainische Fraktionschef David Arachamija sprach darüber hinaus von Plänen für dauerhaft funktionierende humanitäre Korridore zur Versorgung und Evakuierung. Ob daraus ein verlässlicher Zugang entsteht, muss die Umsetzung zeigen.

Die Vereinbarung betrifft einen begrenzten Ort und einen konkreten humanitären Zweck. Ein allgemeiner Waffenstillstand ist damit nicht verbunden. Ihr Wert bemisst sich zunächst daran, ob Hilfe tatsächlich ankommt und Menschen die Stadt sicher verlassen können. Für diejenigen, die seit Monaten ausharren, wäre schon das eine entscheidende Veränderung.

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