Berlin misst mit zweierlei Maß

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Berlin benutzt zweierlei Maß beim Vergleichen der Situation im irakischen Mosul und beim Beschreiben der Situation im syrischen Aleppo, erklärt das russische Außenministerium Bezug nehmend auf die Aussagen von deutschen Politikern und Diplomaten, die über die Situation in der nordirakischen Stadt sprachen.

Laut TASS verlautete aus dem Außenministerium: „Wir sind verwundert und überrascht wie versucht wird, die Aktionen der US-geführten anti-IS-Koalition als „chirurgisch präzise“ Kampagne zur Zurückeroberung Mosuls zu beschreiben. Das klingt zynisch vor dem Hintergrund der zahlreichen zivilen Toten und der großen Zerstörungen der zivilen Infrastruktur entstanden durch „gezielte“ Luftschläge.“

Moskau hält die Versuche des Westens, die humanitäre Situation und das wahre Ausmaß der Zerstörung in Mosul zu vertuschen, für falsch. Rund 250.000 Menschen mussten aus dem umkämpften Gebiet fliehen, um unter extrem schwierigen Bedingungen zu überleben, so das Außenministerium.

Die deutschen Behörden hätten vielmals die Situation von Mosul und Ostaleppo in der Art der Westpropaganda miteinander verglichen. Sie spekulierten über Grausamkeiten in Ostaleppo, die es in Mosul nicht gegeben habe. Das habe jedoch nicht überzeugt.

Es scheint so, als ob die Beamten in Berlin und in anderen westlichen Großstädten die Anweisung hätten, in der üblichen Rhetorik und mit doppeltem Standard weiterzumachen.
[hmw/russland.news]

Über den Autor

Hanns-Martin Wietek
Arbeitet als freier Publizist für russische Literatur und Geschichte für verschiedene Medien. Literaturkritiker für buechervielfrass.de und russland.RU. Seit 2003 bei russland.RU zuständig für Kunst und Kultur und stellt russische Künstler vor.