Attentat auf russischen Botschafter in Ankara

Foto: grknzsy CC0 Public Domain via Pixabay

Auf den russischen Botschafter in der Türkei ist offenbar ein Attentat verübt worden. Drei weitere Menschen sollen verletzt worden sein. Über die Gründe des Anschlags und wer dafür verantwortlich ist, herrscht bislang noch Unklarheit.

Ein Mann habe laut RT den russischen BotschafterAndrej Karlow mitten ins Gesicht geschossen und dabei radikal-islamistische Parolen gerufen.. Der Angreifer sei nach der Tat geflüchtet. Dazu heißt es aus türkischen Medien, die türkische Polizei liefere sich zur Stunde Feuergefechte mit dem Attentäter.

Der Angreifer habe während einer Rede anlässlich einer Malerei-Ausstellung in der türkischen Hauptstadt auf den Botschafter geschossen, berichtet die russische Botschaft in Ankara. Möglicherweise, so wird vermutet, könne der Angriff durch radikal-islamistische Motive motiviert gewesen sein.

Wie der private türkische Fernsehsender CNN Türk berichtet, befände sich Karlow in einem kritischen Zustand. Laut dem türkischen Staatssender seien drei Schüsse auf den Botschafter, der seit 2013 in Ankara tätig ist, abgefeuert worden.

Einen möglichen Hintergrund für das Attentat könnte der geplante Besuch des türkischen Außenministeriums zu einem Treffen der Minister der Türkei, Russland und dem Iran in Moskau über den Syrien-Konflikt darstellen. 2015 hatte die Türkei einen russischen Kampfjet über syrischem Staatsgebiet abgeschossen.

Seitdem waren die bilateralen Beziehungen zwischen Russland und der Türkei äußerst strapaziert. Dieses Attentat, so wird befürchtet, könnte diese Beziehungen, nachdem sich beide Parteien langsam wieder angenähert haben, erneut aufs Tiefste erschüttern.

Wir werden Sie informieren, sobald es etwas Näheres zu dem Anschlag gibt.

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.