Erneut Anschläge in Moskau angedroht

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In Moskau mussten nach einer anonymen Bombendrohung Bereiche der Innenstadt weitläufig geräumt werden. Seit dem 11. September wiederholen sich anonyme Anrufe in russischen Städten, die vor Sprengstoffanschlägen warnen. Weit mehr als 10.000 Menschen waren diesmal von den Sicherheitsmaßnahmen betroffen. 3.500 Personen wurden vorsorglich aus Gebäuden evakuiert.

Das Bolschoi-Theater, das legendäre Kaufhaus GUM, Kinos sowie mehrere Luxushotels und der Rote Platz mussten geräumt worden, nachdem erneut ein Anschlag auf gut besuchte öffentliche Plätze und Gebäude im Zentrum Moskaus angedroht wurde. 30.000 Personen wurden vorsichtshalber in Sicherheit gebracht, so die Polizei.

In den etwa dreißig betroffenen Gebäuden seien die Nachprüfungen zu den Warnungen bereits erfolgt, heißt es seitens der Behörden. Auch die zuständigen Stellen des Bolschoi-Theaters teilten mit, dass der reguläre Betrieb wieder aufgenommen worden sei. Es sei dort nichts Verdächtiges gefunden worden, gab man offiziell bekannt.

Die Nachrichtenagentur Interfax meldete unter Berufung auf Ermittler, es gäbe eine „neue Welle anonymer Telefonanrufe“ mit Warnungen vor Bomben. Erst vor kurzem ermittelte der Inlandsgeheimdienst FSB Russen im Ausland, die über ein Netz von Komplizen in Russland verfügten, als Urheber der anonymen Anrufe.

Nachdem bei einem Bombenattentat in der St. Petersburger U-Bahn im April dieses Jahres sechzehn Menschen getötet und dutzende weitere verletzt wurden, sieht man sich gezwungen, derlei Anrufe besonders ernst zu nehmen. Bisher waren 1,4 Millionen Menschen, das entspricht etwa einem Prozent der Bevölkerung, von den Sicherheitsmaßnahmen betroffen.

Der Schaden, der durch die Evakuierungen, bei denen das Geschäftsleben stillstand, bereits entstanden ist, geht in die Millionenhöhe. Es werden finanzielle Einbußen in Höhe von mehr als 300 Millionen Rubel, das entspricht fast 4,5 Millionen Euro, geschätzt. Bomben, beziehungsweise Sprengstoff, wurden bei den Einsätzen bisher noch nicht gefunden.

[mb/russland.NEWS]