Analyse: Minsk-2 und wie weiter?

Wenn es überhaupt eine Chance gibt für die Minsk-2 genannte Vereinbarung vom Donnerstag dieser Woche, so liegt sie in der Skepsis begründet, mit der das Abkommen allseits aufgenommen wird.

Nur Naive glauben in diesem Konflikt noch an einen Frieden, der vom Himmel fällt, und nur die Falken und Eisenfresser haben kein Problem damit, mit dem Finger auf eine der beteiligten Parteien zu zeigen und zu sagen: „Du bist schuld“.

Schon jetzt stellt sich die Frage nach der bindenden Wirkung der Waffenstillstandsvereinbarung – besser gesagt: nach der Autorität des Dokuments auf beiden Seiten der Bürgerkriegsfront. Das beginnt damit, dass die Chefs der „Volksrepubliken“, Igor Sachartschenko und Juri Plotnizki, das Papier nur als Privatpersonen unterzeichnet haben. Das wiederum war eine Forderung der Kiewer – die „Volksrepubliken“ gelten offiziell als terroristische Organisationen.

Auf Regierungsseite dagegen steht die reale Vollmacht des Präsidenten Poroschenko in Frage, seine politische Autorität. Die ist alles andere als ausgemacht. Erst vor wenigen Tagen hat der Stellvertreter des so reichen wie mächtigen Gouverneurs von Dnjepropetrowsk, Igor Kolomojski, offen die Frage gestellt, wie lange der „Schokoladenkönig“ eigentlich noch im Amt sein werde.

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