68-jährige ermordete und zerstückelte Opfer

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Eine Rentnerin aus St. Petersburg hat ungeachtet ihres Alters ihre Freundin ermordet und das Opfer anschließend zerstückelt. Der Mordfall, der sich bereits im Juli letzten Jahres ereignet hatten, wurde nun vor einem Gericht verhandelt.

Am 26. Juli letzten Jahres wurden in der Uliza Dmitrowa in St. Petersburg Teile eines menschlichen Körpers aufgefunden. Der Verdacht fiel dabei auf eine 68-Jährige Anwohnerin, die unverzüglich von der Polizei festgenommen wurde. In der Nacht auf den 23. Juli soll Tamara Samsonowa ihre Bekannte Valentina Ulanowa mit 50 Schlaftabletten betäubt haben. Mit der 79-jährigen habe sie im Streit gelegen, wie es hieß.

Nachdem Ulanowa durch die Überdosis des Medikaments betäubt war, so die russische Presse weiter, habe die 79-jährige ihr Opfer mit einer Eisensäge und einem Messer bei lebendigem Leib zerteilt. Die blutverschmierten Tatwerkzeuge konnten von der Polizei in ihrem Badezimmer sichergestellt werden. Nach eigenen Angaben habe Tamara Samsonowa die Leichenteile in Plastiktüten verpackt und an verschiedenen Orten der Stadt verteilt.

Ein Fall von okkultem Kannibalismus?

Unklar ist bisher jedoch noch, ob die Rentnerin, wie die englische „Daily Mail“ berichtete, Leichenteile auch verzehrt habe. Demnach fehlten bestimmte Organe, wie zum Beispiel die Lunge des Opfers. Wie es heißt, habe Tamara Samsonowa dafür eine Vorliebe gehabt. Tagebucheinträge der 68-jährigen könnten Aufschluss über weitere Opfer der Frau ans Tageslicht fördern.

So fand die Polizei darin auch ein Geständnis, in dem sie den Mord an ihrem Mieter zugebe: „Ich habe meinen Mieter Volodya getötet, ihn im Badezimmer mit einem Messer in Stücke geschnitten, die Körperteile in Plastiktüten gepackt und in verschiedenen Teilen des Fruzensky-Bezirks verstreut.“ Zudem berichte die Frau in ihren Aufzeichnungen von zehn weiteren Gräueltaten im Zeitraum der letzten 20 Jahre und soll okkulten Interessen nachgegangen sein.

Die Behörden prüfen nun die Tagebucheinträge auf ihren Wahrheitsgehalt. Eine eingehende gerichtsmedizinische Untersuchung diagnostizierte bei Samsonowa eine chronisch paranoide Schizophrenie. Mittlerweile wurde sie in einer Fachklinik untergebracht. Die Behörden rechnen so schnell nicht mit der Lösung des Kriminalfalls, da sich die Mörderin beharrlich weigere, mit ihnen zu kooperieren. „Wir werden vielleicht nie herausfinden, wieviele Menschen diese Frau wirklich getötet hat“, so ein Ermittler zu den den Medien.

„Ich habe mich seit Dutzenden von Jahren auf diese Gerichtsverhandlung vorbereitet. Alles geschah absichtlich. Mit diesem letzten Mord habe ich das Kapitel abgeschlossen“, soll Samsonowa vor dem Gericht gesagt haben. „Nach all dem bin ich schuldig und verdiene eine Strafe.“ Der „Daily Mail“ gegenüber teilte ein Polizeisprecher mit, dass sie entweder viel dümmer oder viel klüger sei, als es scheine.

[mb/russland.RU]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.