Zukunftspreis Mittelstand Neue Seidenstraße

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Die „Neue Seidenstraße“ – ein Begriff, der seit einigen Jahren den geopolitischen, aber auch den wirtschaftlichen Diskurs bereichert. Dahinter verbirgt sich ein auf sehr lange Dauer ausgerichtetes Projekt der chinesischen Regierung mit dem Ziel, den seit gut 300 Jahren brachliegenden Warenaustausch auf dem Landweg zwischen Westeuropa und Fernost neu zu beleben.

Erinnern wir uns: Seit den Perserreichen der vorchristlichen Jahrhunderte bis in die Neuzeit hinein existierten Handelswege aus Europa südlich und nördlich des Kaukasus, durch Zentralasien, über die Gebirgsketten Pamir und Tian Shan und die ostchinesischen Wüsten bis in das fruchtbare chinesische Herzland. Immer wieder für Jahrzehnte unterbrochen, sorgten diese unter dem Namen Seidenstraße zusammengefassten Verbindungen doch für einen permanenten Austausch der Kulturen. Der Name Marco Polo steht als Symbol dafür.

Zentralasien im Dornröschenschlaf

Mit dem Aufkommen des neuzeitlichen Schiffbaus trat die gefährliche und von Zollgrenzen unterbrochene Landverbindung in den Hintergrund. Zentralasien, jahrhundertelang ein Zentrum von Kultur und Wissenschaft, fiel in einen Dornröschenschlaf.

Jetzt wollen die Chinesen die Landroute nach Westen wiederbeleben. Ein geostrategischer Grund ist die Tatsache, dass der große Rivale USA die Weltmeere beherrscht und China nach Alternativen zu den bestehenden Schifffahrtsrouten sucht. Ein wirtschaftliches oder besser sozialpolitisches Motiv ist der Wunsch, die zahllosen chinesischen Arbeitskräfte mit Infrastrukturprojekten zu beschäftigen. Im eigenen Land besteht derzeit an neuen Flughäfen und Autobahnen praktisch kein Bedarf.

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