Woher stammen die Waffen im Donbass?

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Über die Pfingstfeiertage erreichte unsere Redaktion die Email eines Schweizer Lesers von russland.RU, in der er uns seine Gedankenspiele zu der Bewaffnung der Donbass-Separatisten mitteilte.

Nachdem sich, durch die westlichen Medien hartnäckig bekräftigt, die Meinung festgebissen hat, die Rebellen im Osten der Ukraine würden direkt aus Russland – gar mit offiziellem Einvernehmen Moskaus – mit russischem Kriegsgerät ausgerüstet, wollen wir unseren Lesern diese Gedanken nicht vorenthalten. Mögen sie als Diskussionsgrundlage dienen, Gerüchten aus der medialen Hexenküche mit etwas anderen Augen zu begegnen.

Gedanken eines Lesers

„Ich beobachte die aktuelle Entwicklung mit etlichem Unbehagen“, mit diesen einleitenden Worten steht Hans von A. sicher nicht alleine da. Folgerichtig fährt er fort: „Da läuft leider vieles nach dem Muster, erst brüllen dann Denken.“ Das lässt sich bei so manchen Kommentaren, die sich auf Artikel von russland.RU beziehen, durchaus zur Genüge feststellen. Ferner schreibt er logischerweise: „Dass Russland nach klassischen Eroberungszügen gen Westen dürstet, ist aus verschiedensten Gründen dann doch extrem unwahrscheinlich… Der Vorwurf Russland interveniere direkt in der Ostukraine ist ebenfalls eher unwahrscheinlich“.

Damit kommen wir zu der Frage, woher die Bewaffnung der Sezessionisten eigentlich wirklich stammen könnte. Hierzu schreibt von A. weiter: „Dafür ist auch eine rationale Erklärung meines Erachtens möglich. Nach dem Rückzug der Roten Armee wurden aus Osteuropa riesige Mengen an damals neuestem Kriegsgerät auf das Gebiet der damals noch existierenden UDSSR zurückverlegt. Naheliegend auch auf des Gebiet der Ostukraine. Dass in der Gegend auch streng geheim gehaltene Waffenlager vorhanden waren liegt auf der Hand, zum Beispiel in Bergwerksstollen und so weiter.“

Eine Frage der Zeitgeschichte und der Technik

„Zur Erinnerung,“ heißt es weiter, „die Auflösung der UDSSR verlief unter Jelzin in einem sehr kurzen Zeitfenster. (So sei es) durchaus möglich, dass als Nebenfolge erhebliche geheim gehaltene   Waffenbestände der aufgelösten Roten Armee in der Ostukraine zurückgeblieben sind. Auch sei es durchaus nachvollziehbar, dass Russland schweigt und der Westen offenbar keine rationale Erklärung findet. Oder finden will. Sollte diese Vermutung zutreffend sein, könnten die Sezessionisten auch ohne Nachschub aus Russland auf kaum abschätzbare Zeit durchhalten.“

Ein letzter Gedanke bezieht sich auf den technischen und funktionalen Aspekt dieser These: „ Das Gerät der Roten Armee war sehr robust und langlebig. Auch die Munition ist langzeitig lagerfähig. Sofern beides, Gerät und Munition, geeignet gelagert ist, dürfte eine Lagerfähigkeit von bis zu 40-50 Jahren gegeben sein.“

Wir wollen hiermit ausdrücklich betonen, dass diese Lesermeinung keineswegs der redaktionellen Meinung von russland.RU entsprechen muss. Vielmehr mag der Gedankengang unseres Lesers dazu anregen, eine vernünftige Sichtweise auf das aktuelle Geschehen im Donbass zu richten. Denn, und das hat sich bestätigt, Putin ist halt doch nicht immer an allem schuld…

[mb/russland.RU]