WM 2018: Putziges Maskottchen gesucht

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Am Freitagabend wurden die drei Kandidaten für das letzte Auswahlverfahren zum offiziellen WM-Maskottchen in Moskau vorgestellt. Jetzt haben die Russen die Qual der Wahl zwischen einem Tiger und einem Wolf, sowie einer Katze. Es darf abgestimmt werden.

In die Wahl des offiziellen WM-Maskottchen wurde gleich die ganze Nation mit eingebunden. Auf eigens eingerichteten Internet-Plattformen kann die Bevölkerung Russlands ihre Stimme für die zukünftige Galionsfigur der ersten Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land abgeben. Die russischen Fans waren von Anfang an in die Auswahl mit einbezogen und werden es auch bis zur offiziellen Bekanntgabe des Siegers, die am 21. Oktober live im Fernsehen übertragen werden wird, sein.

Selbst die drei Vorschläge, die nun Gestern feierlich auf die Fassade der altehrwürdigen Lomonossow-Universität projiziert wurden, stammen aus der Feder von russischen Design-Studentinnen. Ausgewählt wurden die Kandidaten von einer Jury, bestehend aus Sportlern und Künstlern, die die verantwortungsvolle Aufgabe hatten, unter zehn eingereichten Motiven, die von professionellen Trickfilmzeichnern aus Russland ausgearbeitet wurden. diejenigen für die Endausscheidung zu nominieren. Selbstverständlich waren die Motive allesamt traditionell Russisch inspiriert.

Gesucht: Kultfigur mit russischen Wurzeln

Eine Kultfigur zu erschaffen, die dem Wesen der WM 2018 entspricht, stand als Aufgabenstellung an die Studenten. Die Grundlage für die Entwürfe stammen wiederum von 51.000 Kindern und Jugendlichen, die ebenfalls online ihre Ideen für das Maskottchen seit Mai 2015 einreichen durften. Dies sei die bislang interaktivste Markenentwicklung bei einer Fußball-Weltmeisterschaft, sagt Fatma Samoura, die Generalsekretärin des Weltfußballverbandes nicht ohne eine Spur stolz in ihrer Stimme.

„Von Beginn an haben wir die russische Öffentlichkeit eingeladen, bei der Entscheidung über die bevorzugte Art des Maskottchens mitzuwirken. Später haben wir dann örtliche Talente aufgefordert, ihre Entwürfe einzuschicken. Heute laden wir sie erneut ein, ihre Stimme abzugeben und zu entscheiden, welche Figur das Offizielle Maskottchen der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft Russland 2018 werden soll“, so die Generalsekretärin.

„Das sieht so eindrucksvoll aus, dass ich mich nicht entscheiden kann. Ich werde zu Hause die einzelnen Profile studieren und mir die Videos anschauen. Erst dann entscheide ich“, meint die Stimme aus dem Publikum, in dem Fall die des 20-jährigen Grigory Rudnev. „Ich bin überrascht, wie cool es aussieht. Ich bin etwas durchgefroren, aber es machte viel Spaß“, sagt auch die 19-jährige Inna Koscheleva. Beide drückten das aus, was die Anwesenden voller Stolz über „ihre“ WM-Maskottchen denken.

Besonders stolz sind natürlich auch die angehenden Designerinnen, deren Figuren es in die Endausscheidung schafften. Und in einem Punkt können sie sich sicher sein: Egal welches Maskottchen es nun am Ende werden wird, zu den Peinlichsten in der Geschichte der FIFA-Weltmeisterschaften werden diese garantiert nicht zählen. Ach ja, nun braucht das Kind nur noch einen Namen.

[mb/russland.RU]

 

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.