Wirtschaftskrise: Schweizer Unternehmen “deinvestieren” in Russland

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[Von Eugen von Arb] – Entsprechend dem leicht gestiegenen Ölpreis hat sich im März und April auch der Rubelkurs wieder stabilisiert und ist gegenüber dem Euro resp. US-Dollar wieder angestiegen. Dennoch halten die russische Wirtschaftskrise und die westlichen Sanktionen an und fordern von ausländischen Investoren Geduld, geschicktes Taktieren und die Nutzung jener Chancen, welche die Krise mit sich bringt.

Seit dem katastrophalen Rubelsturz im Dezember hat die russische Währung wieder an Boden und Stabilität gewonnen und ist mittlerweile wieder auf unter 55 Rubel für einen Dollar gesunken – bei einem Ölpreis von um die 60 US-Dollar. Trotz allem ist es nach wie vor schwierig, irgendwelche Voraussagen zu machen, meint der Ökonom und Russland-Spezialist Daniel Rehmann. 

Der abrupte Kursanstieg des Schweizer Frankens im Januar hat das Russland-Geschäft für Schweizer Unternehmen zusätzlich erschwert, wenn sich auch der Kurs mittlerweile wieder leicht gesenkt hat. “Die Schweiz hat einen Exportrückgang von 10-15 Prozent für das 2014 verzeichnet, und rund -30% im Januar 2015, davon ist vor allem die Maschinenindustrie betroffen – für sie wird 2015 ein schwieriges Jahr werden”, so Rehmann.

Als Spezialist für die Integration ausländischer Unternehmen in Russland, leistet er Krisenhilfe. “Momentan führen wir Krisenverhandlungen mit Verteilern und Lieferanten, in denen es einerseits um ausstehende Lieferungen, andererseits um unbezahlte Rechnungen geht”, beschreibt er seinen Job. “Die meisten schweizer Firmen haben mittlerweile eine hundertprozentige Vorauszahlung vor der Lieferung eingeführt. In einigen Fällen wird ein gewisser Prozentsatz hinzugefügt, um alte Schulden abzutragen.” 

Es sei sehr wichtig, in dieser Krisensituation mit seinen russischen Partnern eine gemeinsame Lösung zu finden und nicht einfach den russischen Markt zu verlassen, in den man schon viel investiert hat, gibt er zu bedenken.

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