Wird der Waffenstillstand in der Ostukraine halten?

[Florian Rötzer] Die Kämpfe sind erst einmal unterbrochen, jetzt müssen schwierige Fragen gelöst werden, die in der auch vom Westen betriebenen Eskalationsstrategie nicht angegangen wurden

Die Verhandlungen der trilateralen Kontaktgruppe in Minsk am gestrigen Nachmittag unter der Leitung von Heidi Tagliavini von der OSZE waren erst einmal erfolgreich. Der bereits zuvor zwischen Putin und Poroschenko weitestgehend ausgehandelte Waffenstillstand trat gestern Abend um 18 Uhr in Kraft, nachdem ein entsprechendes Protokoll unterzeichnet worden war. Unklar bleibt bislang, welche Angebote Moskau, Kiew und die Separatisten gemacht haben, um einen Kompromiss zu ermöglichen, auch wenn dieser noch höchst brüchig ist und jederzeit wieder einbrechen könnte. Allerdings ist nun der Einsatz für denjenigen hoch, der nachgewiesen den Waffenstillstand bricht, sobald die OSZE-Beobachter vor Ort sind. Das gegenseitige Misstrauen ist jedenfalls groß und auf jeder Seite gibt es Fraktionen, die eine diplomatische Lösung des Kriegs in der Ostukraine ablehnen. Sollte es eine friedliche Lösung unter Beteiligung Russlands geben, würden Nato, US-Regierung und die Scharfmacher in der EU düpiert dastehen, die, wie gestern demonstriert, unbeirrt am Eskalationskurs festhalten wollen.

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