Wir verlieren Russland!!!

Das Geschäftsführende Vorstandsmitglied im Deutsch-Russischen Forum e. V. Martin Hoffmann nennt sein Plädoyer für einen Neuanfang der Beziehungen zwischen dem Westen und Russland einen Weckruf.

Er verlangt „Schluss mit den Sanktionen! Russland muss wieder als Partner des Westens geachtet und akzeptiert werden. Russische Bürger müssen spüren, dass sie in Europa willkommen sind.“

Der Weckruf gilt allen Politikern, die schlafwandelnd darauf bauen, dass der Westen aus diesem Konflikt als Sieger hervorgehen werde. Er gilt auch denen, die glauben, die Sanktionen müssten verstärkt werden und der Westen müsse Stärke demonstrieren. Aber auch jenen Gemäßigten, die blindlings darauf vertrauen, dass Dialoge zu dem gewünschten Ergebnis führen werden, ohne darauf zu achten, was sich in Wirklichkeit entwickelt.

Er, der Rufer, steht weder links noch rechts und hat nicht den Anspruch, Russland oder gar Präsident Putin verstehen und erklären zu können. Er, ein Westdeutscher, hat aber noch während des Kalten Krieges Slawistik studiert und ist seit dieser Zeit für und in der russischen Zivilgesellschaft engagiert. Die gemeinsamen Interessen sind Kultur, Umwelt, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft.

„Der Weckruf lautet: Wir verlieren Russland! Nicht nur die Führungselite rund um den Präsidenten Putin, nein, ein ganzes Volk, ein großes europäisch denkendes Volk. Ein Volk, das Europa insgesamt und Deutschland insbesondere schätzt, ja ihm bisweilen bewundernde Hochachtung zollt – trotz der Erfahrungen zweier Weltkriege und eines Kalten Krieges. Ein Volk, das als Befreier Deutschlands vom Faschismus entscheidend dazu beigetragen hat, dass wir Deutsche heute wieder in Einheit und Freiheit leben dürfen. Eine Nation wendet sich ab, die stets gehofft hatte, einmal im Westen anzukommen, als Partner geachtet und akzeptiert zu werden.“

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