„Westliche Kräfte stecken hinter dem Konflikt in Moldawien“

Dodon, Igor Präsident Moldawien (2017-01-17) kremlin.ru CC_BY_4.0
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Der moldawische Präsident und Oberbefehlshaber der moldawischen Truppen, Igor Dodon, erklärt, dass er weitere Beweise dafür habe, dass hinter dem Konflikt zwischen dem moldauischen Präsidenten und der Regierung über die Beteiligung moldauischer Soldaten an den NATO-Manövern in der Ukraine westliche Kräfte stecken.

Die im Gegensatz zum Präsidenten streng westlich ausgerichtete Regierung hatte den Befehl des Präsidenten und Oberbefehlshaber, keine Soldaten zu den NATO-Manövern zu schicken, ignoriert, indem sie auf einen Trick zurückgegriffen hat.

„Um die Generäle der NATO zu befriedigen und das Verbot des Oberbefehlshabers zu umgehen, hat die Regierung auf einen Trick zurückgegriffen, der besagt, das Militär sei für ein angebliches Praktikum beauftragt worden“, sagte Dodon.

Dodon fordert, den Verteidigungsminister wegen Ungehorsam „zu feuern“ und die 57 Soldaten, die gegen seinen Befehl verstoßen haben, zu bestrafen.

Außerdem hat er am Freitag ein Dekret unterzeichnet, das moldauischen Soldaten verbietet, an irgendwelchen Übungen, Praktika und Schulungen im Ausland ohne seine schriftliche Zustimmung teilzunehmen. Die Armee der laut Verfassung neutralen Republik Moldau könne sich nicht bei einem Militärblock an Übungen beteiligen.

Moldawien ist seit Jahrzehnten ein praktisch unregierbarer von Korruption und Oligarchen „regierter“ politischer Krisenherd. Mittlerweile zeigen die Meinungsumfragen aber eindeutig, dass Präsident Dodon, der Ende 2016 gewählt wurde, eine größere Unterstützung als die pro-europäische Regierungskoalition, die sich durch hochkarätige Korruptionsskandale, politische Krisen und den wirtschaftlichen Zusammenbruch hervorgetan hat, in der Bevölkerung genießt.

Präsident Dodon ist der Meinung, dass Moldawien nur dann Aussichten auf eine Stabilisierung hat, wenn das Land gute Beziehungen sowohl zum Westen als auch zu Russland pflegt. Im Übrigen ist er der Meinung, dass für das Land wahrscheinlich eine Präsidentschaftsrepublik besser als eine parlamentarische Republik sein würde.

Für den 24. September hat die Opposition zu landesweiten Demonstrationen gegen die Regierung aufgerufen.

[hmw/russland.NEWS]

Über den Autor

Hanns-Martin Wietek
Arbeitet als freier Publizist für russische Literatur und Geschichte für verschiedene Medien. Literaturkritiker für buechervielfrass.de und russland.RU. Seit 2003 bei russland.RU zuständig für Kunst und Kultur und stellt russische Künstler vor.