Wer ist der Russen ärgster Feind?

Foto: WikiImages CC0 Public Domain via Pixabay
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Eine Umfrage des renommierten Levada-Instituts in Moskau sollte Klarheit darüber schaffen, von wem sich die Russen am meisten angefeindet sehen. Um es vorweg zu nehmen, so überraschend fiel das Ergebnis nicht einmal aus.

Nach den Ergebnissen der Auswertung dieser Umfrage benannten 72 Prozent aller Befragten die USA als größten Feind Russlands. In der Missgunst der Bevölkerung gestiegen sei demnach auch die Ukraine. Mit 48 Prozent rangiere das Nachbarland inzwischen auf dem zweiten Platz der Feindseligkeiten. Zum Vergleich, rund ein Jahr vorher fühlten sich noch 37 Prozent der Befragten von der ehemaligen Sowjetrepublik angefeindet.

Von einem Prozent der Befragten im vergangenen Jahr katapultierte sich offenbar die Türkei an die dritte Stelle der unliebsamen Länder. Dem Urlaubsland zwischen Schwarzem- und dem Mittelmeer bescheinigen mittlerweile 29 Prozent der Russen eine feindselige Einstellung gegenüber ihrem Vaterland. Des weiteren unterstellen die Russen der Europäischen Union zwar nicht direkt den Feind, aber dennoch büßte die EU frappant mit Verlusten an Sympathien. Inzwischen sind es bereits 62 Prozent der befragten Russen, die den europäischen Staatenbund misstrauisch im Auge behalten.

Allerdings, wer Feinde hat, kann auch seine Freunde benennen. Ganz oben in der Gunst der Russen hält sich der „Bruderstaat“ Weißrussland. Mit 50 Prozent die Hälfte der Befragten nannten den westlichen Nachbarn als besten Freund Russlands. Mit 39 Prozent folgt das zentralasiatische Kasachstan. Den dritten Platz unter den Wohlgesonnenen beansprucht der wieder erwachende Drache China mit 34 Prozent.. Und das obwohl sich die Gunst der russischen Bevölkerung gegenüber den Chinesen im letzten Jahr mit neun Prozentpunkten noch wesentlich deutlicher ausnahm.

[mb/russland.RU]

 

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.