Wem nützt eine 5. Kolonne in Kaliningrad?

MEINE MEINUNG, … mit deutschem akzent, kommentiert Kaliningrader wirtschaftliche, politische, kulturelle und gesellschaftliche Ereignisse aus dem Blickwinkel eines Deutschen. Die Rubrik ist der Versuch, mit etwas BLOGGER-Hintergrundwissen dem deutschen Leser die manchmal nicht einfachen Verknüpfungen in der russischen Realität etwas verständlicher zu machen.

Wem nützt eine 5. Kolonne in Kaliningrad?

Ehrlich gesagt, ich fühle mich das erste Mal beim Schreiben eines Artikels etwas unwohl. Einerseits habe ich volles Verständnis für das Thema und für die Empfindlichkeit der russischen Seite bei diesem Thema. Andererseits ist es sehr merkwürdig, wie die russische, konkreter jedoch die Kaliningrader Gebietsführung, dieses gefährliche Thema anpackt. Es ruft doch schon Fragen hervor, wenn zum jetzigen Zeitpunkt über den geopolitischen Status, über subversive Elemente und ähnliches laut gesprochen wird. Und es wird so laut gesprochen, dass, wenn es bisher noch keine „Situation“ in Kaliningrad gibt, jetzt vielleicht einige anfangen, über die Schaffung einer solchen Situation nachzudenken.

Es ist eine Sache, wenn das Militär in Kaliningrad Übungen durchführt und als eines der Ziele dieser Übungen die Liquidierung ungesetzlicher Gruppierungen auf dem Kaliningrader Gebiet nennt. Es ist aber eine andere Sache, wenn führende Kaliningrader Politiker mit Informationen an die Öffentlichkeit treten, die vielleicht doch lieber nicht veröffentlicht gehören – zumindest nicht jetzt.

Wikipedia definiert wie folgt:

„Als Fünfte Kolonne werden heimliche, subversiv tätige oder der Subversion verdächtige Gruppierungen bezeichnet, deren Ziel der Umsturz einer bestehenden Ordnung im Interesse einer fremden aggressiven Macht ist.“

Diese Definition scheint für das Kaliningrader Gebiet täglich an Aktualität zuzunehmen, denn selbst der Erste Mann des Gebietes spricht darüber – allerdings mit anderen Worten. Und auch der zweite Mann, der Vizegouverneur für Inneres, Michael Pljuchin hat sich dieses Themas angenommen. Und im Schlepptau haben föderale Medien dieses Thema aufgegriffen.

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