Weltbank: Russland hat Geschäftsklima verbessert

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Russland zählt nach einem aktuellen Bericht der Weltbank weltweit zu den zehn Ländern, die das Geschäftsklima im vergangenen Jahr am deutlichsten verbessern konnten. In ihrem neuen Bericht „Doing Business“ ist Russland im Ranking der Rahmenbedingungen für Unternehmen von der Weltbank um 19 Plätze deutlich besser bewertet worden und belegt jetzt Platz 92 von 189 Ländern. Erstmals führt Russland damit die BRIC-Staaten an, zum ersten Mal auch vor China (Platz 96).

Moskau sei es gelungen, Genehmigungsverfahren zu straffen, schreibt die Weltbank und lobt das Land für Reformbemühungen. Das Ergebnis ist gleich in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert: Es ist die erstmalige Platzierung jenseits der Grenze von 100 und eine Verbesserung um 19 Positionen innerhalb nur eines Jahres. Es zeigt trotz anhaltender Schlagzeilen einen realen Fortschritt. „Denn die realen Rahmenbedingungen für Investoren haben sich in den vergangenen Jahren verbessert“, so Rainer Seele, Präsident der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer (AHK).

Ein Blick auf die Einzelergebnisse der Weltbank-Wertung macht deutlich wie genau dieses Instrument misst. Bei Steuern, Verträgen und der Registrierung geistigen Eigentums liegt Russland deutlich im ersten Drittel – das deckt sich mit den Erfahrungen der Auslandshandelskammer. Wesentliche Verbesserungen sind beim Erhalt von Baugenehmigungen, Zugang zu Elektrizität und im Handel nach und aus Russland zu verzeichnen. Für die ersten beiden Parameter sind die Umsetzung von Strukturreformen und der Abbau bürokratischer Hürden verantwortlich. Beim Handel wirkt jedoch der schwierige Anpassungsprozess an die WTO-Regularien und protektionistische Maßnahmen nach.

„Die AHK mit ihren 900 Mitglieder steht jedem Unternehmen, vor allem natürlich dem Mittelstand, beim Geschäftsaufbau und Investitionsprojekten in Russland zur Seite. Auch, um bei eventuellen Schwierigkeiten moderieren und unterstützen zu können“, so Seele.

Ebenso aufschlussreich ist die Bewertung einzelner russischer Regionen bzw. Städte durch die Weltbank. Dieses innerrussische Ranking sieht Uljanowsk, Saransk, Wladikawkas, Rostow am Don, Kazan und Kaluga auf den ersten Plätzen; Moskau liegt noch weit hinter St. Petersburg auf dem 30. Rang. Dieses Ergebnis ist weitestgehend deckungsgleich mit der jüngsten Regionalumfrage der AHK.

Insgesamt zeigt das Ergebnis eine positive Entwicklung auf, dennoch sollte nach Einschätzung der AHK das Reformtempo weiter erhöht werden.

[Quelle:AHK-Russland]