Weiter Kämpfe in Slawjansk und Mariupol – Rückzug aus Kramatorsk [mit Videos]

Rebellen gehen in den Untergrund und kämpfen von dort - "offizielle" Einheiten ziehen sich nach Donezk und Lugansk zurück

Slawjansk und Mariupol hießen die beiden größten Erfolge der ukrainischen Regierungstruppen im Bürgerkrieg im Donbass. Nun kommt auch Kramatorsk dazu, das heute den Besitzer wechselte. Haben aber die Eroberungen der Zivilbevölkerung Frieden in ihren Städten gebracht?

Guerillakampf in Mariupol und Slawjansk

Nachdem die Nationalgarde und die Armee die beiden Städte erobert hatte, lösten sich die Separatisten nicht in Luft auf. Der größere Teil zog in die eigenen Hochburgen ab – wie Donezk und Lugansk – aber es wurden offenbar auch kleinere bewaffnete Gruppen zurückgelassen, die jetzt vor Ort Stadtguerillia spielen. Oder aber die einheimischen Milizionäre blieben mit ihren Waffen unauffällig da. So gab der örtliche Nationalgarden-Kommandeur von Slawjansk Poltorak heute zu, dass es immer wieder Zusammenstöße seiner Leute mit kleinen bewaffneten Gruppen gäbe, auch nachdem die Hauptmacht der Separatisten aus dem Belagerungsring ausgebrochen war und sich aus der lange belagerten Stadt abgesetzt hatten. Dabei haben sie laut Nationalgarde große Mengen an technischem Gerät zurück gelassen. Von der gestrigen Eroberung des Rathauses von Slawjansk gibt es einen Film eines ukrainischen Journalisten, dessen Authenzität die örtliche Onlinezeitung Slavgorod bestätigt:

Mariupol wird schon länger von der Nationalgarde beherrscht. Dennoch wurde dort gestern ein unweiter Grenzposten beschossen. Auch heute soll es in der Stadt Maschinengewehr- und Mörserfeuer gegeben haben, die örtliche Onlinezeitung Mariupol Schisn berichtet von Beschlagnahmungen großer Menge an Waffen.

Rebellen-Rückzug aus Kramatorsk

Währenddessen berichtet Tajmer Odessa über den Rückzug der Separatisten auch aus Kramatorsk. Dieser scheint aber – im Gegensatz zu Slawjansk – weitgehend kampflos abgegangen zu sein. Hier sehen wir die ukrainische Armee beim Einrücken in die Stadt:

https://www.youtube.com/watch?v=0n0g0KoHFGs

Die Truppen der Donbass-Milizen hätten sich nach Donezk abgesetzt. Mitgenommen haben sie laut der Zeitung ihr gesamtes fahrbares Materiaul wie LKWs, Geländewagen und gepanzerte Fahrzeuge. Der Abzug passt zu den Stellungnahme von Separatistenkommandeuren, die eigenen Truppen in den Bereichen Donezk und Lugansk konzentrieren zu wollen, um der eigenen Unterlegenheit dort zu begegnen. Von dort gibt es auch verstärkt Aufnahmen von Militärkonvois der Rebellentruppen:

https://www.youtube.com/watch?v=-JdoogdNzKQ

Es ist jedoch die Frage, ob die Absetzbewegungen nicht eventuell in eine heillose Flucht ausarten, da die Rebelleneinheiten ohnehin massiv unterlegen sind, gerade bei schwerem Material. Die ukrainische Armee hat den „befristeten Waffenstillstand“ offenbar genutzt, noch große zusätzliche Mengen an schwerem Kriegsgerät im Donbass zu konzentrieren. Weiter kämpfen auf ihrer Seite zahlreiche z.T. privat finanzierte Milizen – häufig aus dem nationalistischen Umfeld. Aber auch die Gebrüder Klitschko sollen eine solche Truppe finanziert haben.