Anspannung im Donbass – Angst vor Seuchen

Wasserprobleme - Kämpfe - Einsatz von Wehrpflichtigen - Flüchtlinge in Westrussland

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Etwas ruhiger als in den letzten Tagen war es heute im Donbass. Jedoch gab es auch an diesem Tag verschiedene Gefechte und eine allgemein angespannte Lage, insbesondere wegen der in vielen Städten unterbrochenen Wasserversorgung.

Wasserprobleme und Kämpfe

So halten die Probleme mit der Wasserversorgung an, auch in der zentralen Donbass-Metropole Donezk und im hart umkämpften Slawjansk. Dort hat man nun Angst vor der Ausbreitung von Seuchen. In Lisitschansk in der Region Lugansk, das in den letzten Wochen unter der Kontrolle der ukrainischen Regierungstruppen war, wird die Erstürmung der örtlichen Staatsanwaltschaft durch bewaffnete Separatisten gemeldet. Weite Teile im Osten dieser Region an der russischen Grenze sind nach verschiedenen regionalen Quellen komplett außerhalb der Kontrolle der ukrainischen Zentralregierung, ebenso wie hunderte von Kilometern der dortigen Staatsgrenze. Ukrainische Sicherheitskräfte befürchten nun, dass dieses Machtvakuum von den Separatisten zur Herbeischaffung schwerer Waffen genutzt wird, etwa aus alten ukrainischen Beständen der Krim. Der entscheidende Vorteil der Regierungstruppen gegenüber den Separatisten ist aktuell das wesentliche Übergewicht an schweren Waffen, von denen die Separatisten nur in Donezk vereinzelte besitzen, wie erbeutete Panzerwagen. Kritik gibt es aktuell an der Praxis der ukrainischen Armee, im Kampfgebiet auch schlecht ausgebildete Wehrpflichtige einzusetzen

Flüchtlinge in Westrussland

Inzwischen sind zahlreiche Flüchtlinge in verschiedenen Regionen Westrusslands angekommen, von Sankt Petersburg im Nordwesten bis Rostow am Don in der südlichen Grenzregion. Verlässliche Zahlen gibt es nicht, da sie nicht zentral registiert werden und häufig bei Verwandten oder örtlichen caritativen Einrichtungen unterkommen. So auch in Tarusa, wo sich das Hauptquartier von russland.RU befindet und von wo wir über das Schicksal der dort Angekommenen noch berichten werden. Selbst niedrige Schätzungen gehen mittlerweile von mindestens 15.000 ostukrainischen Flüchtlingen in Russland aus.