Weißrussland setzt Beseitigung der Folgen von Tschernobyl fort

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Weißrussland will mit 1,6 Milliarden Dollar die sozialwirtschaftliche Rehabilitierung jener Gebiete finanzieren, die vom Unfall im Kernkraftwerk Tschernobyl betroffen worden sind. Dies sagte der weißrussische Ministerpräsident Sergej Sidorski am Mittwoch zum Auftakt der internationalen Konferenz „20 Jahre nach Tschernobyl“ in Minsk.

„Nach der nuklearen Katastrophe des vergangenen Jahrhunderts hat Weißrussland eine schwere Last zu tragen. Radioaktiv verseucht wurden 23 Prozent des weißrussischen Territoriums, auf denen nach wie vor ein Fünftel der Landesbevölkerung lebt“, stellte Sidorski fest. Betroffen wurden 22 Prozent des Waldbestandes und ein Fünftel der landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Gleich nach dem Unfall wurden aus dem Notstandsgebiet etwa 25 000 Menschen in Sicherheit gebracht. Später zogen weitere 137 000 Weißrussen in „saubere“ Regionen um. Die Regierung erklärte die verseuchten Regionen zum ökologischen Katastrophengebiet, erinnerte Sidorski. „Wir müssen die betroffenen Böden wieder zum Leben erwecken“, urteilte er.

Seit dem Unfall in Tschernobyl habe Weißrussland über 18 Milliarden Dollar für entsprechende staatliche Programme ausgegeben, um die Folgen der Katastrophe zu beseitigen. 2006 wurde das vierte Programm gestartet, das mit 1,6 Milliarden Dollar finanziert werden soll, informierte der weißrussische Regierungschef. Das neue Programm zielt vor allem auf soziale und wirtschaftliche Wiederherstellung der Region ab.

Weißrussland messe der Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) und Russland bei der Beseitigung der Unfallfolgen große Bedeutung bei. Aus dem russisch-weißrussischen Unionsetat seien 490 Millionen russische Rubel (umgerechnet 14,5 Millionen Euro) für die Beseitigung der Folgen bereitgestellt worden.