Was Du nicht siehst – Sankt Petersburg

Die junge französische Journalistin Sophie Massieu reist um die Welt. Doch das, was sie ihren Zuschauern auf ihrer etappenreichen Tour zeigt, kann sie selbst nicht sehen. Denn Sophie Massieu ist blind. So können auch wir lernen, die Welt »mit anderen Augen« zu sehen. Heute besucht Sophie die russische Metropole Sankt Petersburg. Hier erkundet sie unter anderem die Eremitage und lernt, wie man einen Palstek knüpft.

Dieses Mal nähert sich Sophie ihrem nächsten Ziel vom Wasser aus. Das an der Ostsee und den Ufern der Newa gelegene Sankt Petersburg wurde von Peter dem Großen gegründet. Der Zar liebte das Meer. Innerhalb von nicht einmal zehn Jahren wurde die Hafenstadt dem Sumpfland abgerungen – ein gigantisches Projekt. Auch heute noch prägt das Wasser der Flüsse und des Meeres die Bewohner von Sankt Petersburg und ihre Geschichte. Nach der Besichtigung der Eremitage in Begleitung der Konservatorin Marina Georgiewna, von der Sophie Massieu mehr über Peter den Großen erfährt, geht sie mit den Schiffsjungen und dem Kapitän an Bord des Schulschiffes des Marinegymnasiums. Dort lernt sie, wie man einen Palstek knüpft. Der Knoten wird beispielsweise bei Mann-über-Bord-Rettungsmanövern eingesetzt. Auf ihrem Weg entlang der Kanäle macht Sophie einen Abstecher in die Nikolaus-Marine-Kathedrale, eine der 700 Kirchen, die das Stadtbild prägen. Das Meer ist Teil der Seele Sankt Petersburgs. Seine kobaltblaue Farbe spiegelt sich in der Stadt wider und wurde auch von der ältesten kaiserlichen Porzellanmanufaktur Russlands aufgegriffen. Dort stellt Sophie als Andenken eine Teetasse mit Bildern der Stadt her.

Regie: Ludovic Tourte

Dokumentationsreihe, Frankreich, 2013, ARTE F 26 Min., Erstausstrahlung

11.11.2013, 17:45 – 18:15 Uhr auf ARTE

Foto: M. Barth

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.