Warnung vor russischem Trockenfisch

Foto: yizheng0 CC0 Public Domain via Pixabay
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Wie das niedersächsische Verbraucherministerium bekanntgab, kann der Verzehr von getrocknetem Fisch eines russischen Großhändlers der den deutschen Markt beliefert, zu ernsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Betroffen sind bereits Ende des Vorjahres ausgelieferte Chargen.

In Russland gelten sie als nahezu unverzichtbarer Snack zum Bier, die kleinen salzigen Fischchen, die es überall in Geschäften für wenig Geld zu kaufen gibt. Mittlerweile sind sie, einzeln oder in Tüten verpackt, auch über russische Supermärkte in Deutschland erhältlich. Im Angebot sind meist verschiedene Fischarten sowie Krabben, die stark eingesalzen und anschließend getrocknet werden.

Vor diesem Produkt warnt derzeit eindringlich das Verbraucherministerium Niedersachsen. Trockenfisch der Marke „Plötze (Rutilus rutilus) ausgenommen, getrocknet und gesalzen“, die von der »Monolith-Gruppe« an russische Einzelhandelsgeschäfte ausgeliefert wird. Ein Mann sei nach dem Verzehr des Fisches lebensbedrohlich an Botulismus erkrankt, teilte das Ministerium mit. Eine Rückrufaktion der betroffenen Ware sei bereits eingeleitet worden.

Verbraucher, die solchen Fisch gekauft haben, sollten die Ware keinesfalls essen, warnt die Behörde. Wer Symptome wie ungewöhnliche Kopfschmerzen und Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfe, Durchfall oder Lähmungserscheinungen nach dem Konsum des Fisches verspürt, solle unverzüglich einen Arzt aufsuchen, heißt es. Die Ursache von Botulismus sei der Umweltkeim Clostridium botulinum.

Rotaugen, so ein anderer Name der Plötzen, leben in ihrer natürlichen Umwelt bevorzugt im Schlamm auf dem Grund des Gewässers. Über die Kiemen der Fische wird das Bakterium von den Fischen aufgenommen und wandert weiter in den Verdauungstrakt der Tiere. Die Lieferanten von »Monolith« seien von dem Unternehmen aufgefordert worden, umgehend aktuelle Prüfberichte über mögliche Keimbelastungen zu liefern. 2016 hätte es bereits einen ähnlichen Fall gegeben, wurde nun bekannt.

Botulismus müsse in jedem Fall umgehend behandelt werden, so heißt es, da er ansonsten zum Tode führen kann. Verbraucher sollten deshalb laut dem Ministerium auf folgende Etikettierung achten: bei – 18 °C – MHD: 21.12.2017 Chargennummer / Los-Kennzeichnung: MHD 21.12.2017.

Da die Ware von Einzelhändlern meist aus der Umverpackung entnommen und offen angeboten wird, sei eine Rückfrage beim Verkaufspersonal unerlässlich.

[mb/russland.NEWS]

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.