Wahlen in der Ukraine

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Seit heute Morgen um 7.00 Uhr MEZ wird in der Ukraine gewählt.
Zur Wahl stehen Bürgermeister, Stadträte und Regionalparlamente. 142 Parteien bewerben sich mit über 210.000 Kandidaten um die Gunst der Wähler und die zu vergebenden Pfründe.

Nicht zur Wahl steht Präsident Poroschenko, was ihm zum jetzigen Zeitpunkt nur recht sein kann, denn der Stimmung im Lande zufolge würde der Ausgang der Wahl für ihn ein Fiasko bedeuten (71% lehnen ihn derzeit ab). Bangen muss hingegen der ehemalige Boxer Klitschko um sein Bürgermeisteramt, denn nach Umfragen scheiden sich an ihm die Geister: Ein Drittel liebt ihn, ein Drittel hasst ihn und dem letzten Drittel ist er egal – was nicht gerade für große Erfolge spricht.

Nach den Wahlen verspricht die Politik in der Ukraine noch farbiger zu werden, – obwohl das fast schon nicht mehr geht: Die Gasprinzessin Timoschenko meldet sich wieder auf der Bühne zurück. Und wie könnte es anders sein, ihr Thema ist das Gas – auf diesem Gebiet hat sie ja reichlich Erfahrung. Seitdem das große Geld aus dieser Branche nicht mehr bevorzugt in ihre Tasche fließt, ist sie der Meinung, dass die Bürger viel zu viel dafür bezahlen – und sie resp. ihre Partei verspricht dies zu ändern.

Unterstützung wird sie ja wohl von der Partei von Jazenjuk bekommen. Der Merkel’sche Lieblings- und Musterschüler und wichtigste Vertreter US-amerikanischer und EUropäischer Politik in der Ukraine ist beim Volk – wie das Volk so schön sagt – unten durch. Die Stimmen für seine Partei sind kaum noch auffindbar; und nachdem besagtem Volk bezüglich der Extremen Rechten die Augen aufgegangen sind, bleibt fast nur noch die Prinzessin.

Wenig erfreut dürften die derzeit staatstragenden Parteien auch über die Tatsache sein, dass die Partei „Oppositionsblock“, in der sich die ehemaligen Anhänger des früheren Präsidenten Janukowitsch gesammelt haben – d.h. prorussisch gesonnene Gegner Poroschenkos – lt. Umfragen auf deutliche Gewinne hoffen dürfen. Die eher russisch geprägten Millionenstädte Dnipropetrowsk in der Mitte, Charkiw im Osten oder Odessa im Süden und Südosten des Landes werden entscheidend sein. Das Erstarken der prorussischen Opposition in diesen Kommunen ist für die Regierung das größte Risiko dieser Wahl.

Die Wahlen begannen denn auch mit einem deutlichen Debakel: In der strategisch wichtigen ostukrainischen Hafenstadt Mariupol, die als einzige noch von der ukrainischen Armee kontrolliert wird, musste die Wahl abgesagt werden, weil keine Wahlzettel vorhanden waren. 230 Wahllokale in dem von Regierungstruppen gehalten Gebiet konnten nicht öffnen. Die Wahl musste in Mariupol und Krasnoarmiisk verschoben werden.

(hmw/russland.ru)