Von der Fulda-Lücke des Kalten Krieges zur Suwalki-Lücke der Nato

Foto: Wikipedia/Matthias Kabel CC BY-SA 3.0Foto: Wikipedia/Matthias Kabel CC BY-SA 3.0
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[Von Florian Rötzer] – Nato-Strategen befürchten, dass im Kriegsfall Russland die baltischen Staaten auf dem Landweg blockieren könnte, was eher eine Nostalgie des Kalten Kriegs zu sein scheint.

Allmählich beginnt die Einheitsfront der großen Koalition zu brechen. Außenminister Steinmeier (SPD) warnt vor einer weiteren Zuspitzung des Konflikts zwischen Nato und Russland und lautem Säbelrasseln durch aufgeblähte Militärübungen wie zuletzt Anakonda an der russischen Grenze. Auch Altkanzler Schröder hält die Stationierung von Nato-Truppen an der russischen Grenze für einen „schweren Fehler“ (Steinmeier kritisiert das Säbelrasseln gegen Russland). Auch wenn es immer wieder geleugnet wird, es findet ein Revival des Kalten Kriegs statt. Nach dessen Ende, der Globalisierung, dem ausfransenden Krieg gegen den Terror und den Ungewissheiten einer multipolaren Welt, ist die Rückkehr in eine bi- oder tripolare Welt, wenn man den US-Angstgegner China mit einbezieht, geradezu beruhigend übersichtlich. Man kann auch ins bewährte Denken zurückfallen, schließlich ist der Kalte Krieg ja friedlich mit dem Zusammenbruch des Ostblocks zu Ende gegangen.

Seitdem 2014 nach der Krim-Annexion verabschiedeten Nato Readiness Action Plan (RAP) zum „Schutz“ der osteuropäischen und baltischen Länder vor Russland wurde die militärische Präsenz und die militärischen Aktivitäten etwa durch Militärübungen an der Grenze zu Russland verstärkt. Immer wieder kommt es zu riskanten Manövern von beiden Seiten (Riskante militärische Muskelspiele in der Ostsee). Vorläufer war bereits das Raketenabwehrschild der Nato, dessen erster Stützpunkt vor kurzem in Rumänien als einsatzbereit eröffnet wurde (Nato verstärkt atomaren Rüstungswettlauf weiter).

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