„Volksrepublik“ Donezk droht mit „Racheaktionen“

[Von Florian Rötzer] – Der im Vorfeld des Treffens der EU-Außenminister gestartete Angriff der ukrainischen Streitkräfte scheint gescheitert zu sein.

Offensichtlich ist der Versuch der ukrainischen Streitkräfte, „massive Angriffe“ auf die „Volksrepubliken“ und vor allem auf den Flugplatz von Donezk durchzuführen, gescheitert. Das dürfte eine mögliche Lösung noch schwieriger machen. Tatsächlich war es ein offener Bruch des Waffenstillstands, bislang hatten sich die Konfliktpartner gegenseitig die Schuld zugeschoben („Massives Feuer“ der ukrainischen Streitkräfte). In den letzten Tagen hatte die OSZE-Beobachtermission bereits die Verschärfung der Situation berichtet und erklärt, dass beide Seiten den Waffenstillstand brechen.

Der „Ministerpräsident“ der Donezk-„Republik“, Aleksandr Sachartschenko, erklärte, so Itar-Tass, der Raketenbeschuss sei noch nie so stark seit Beginn des Kriegs gewesen. Er warf Kiew den Bruch des Waffenstillstands vor, durch den Beschuss würden Zivilisten und Soldaten getötet und „unsere Häuser“ zerstört. Er kündigte „Racheaktionen“ an: „Wir werden nicht still sitzen und nichts tun und darauf arten, getötet zu werden. … Wir wollen unsere Republik sichern. Und wir werden sie verteidigen.“

Kiew berichtet, es seien in den letzten Tagen wieder neue russische Soldaten in die „Volksrepubliken“ gekommen. Der Sprecher des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrats Lysenko spricht von zwei Bataillonen, was immer das genauer heißen mag. Informationen vom NSDC ist höchst bedingt zu trauen. Ukrainische Soldaten wollen russische Panzer in der Nähe des Flugplatzes gesehen haben. Während der letzten Tage sollen nach der russischen Menschenrechtlerin Elena Vasiliyeva 382 russische Soldaten getötet und 500 verletzt worden sein. Das ist ebenso wenig nachprüfbar wie die Behauptung der Separatisten, dass die ukrainische Seite schwere Verluste erlitten habe. In der Ukraine gibt es in Medienberichten in den Volksrepubliken nur „Terroristen“ und wird ein Krieg zwischen Russland und der Ukraine geführt.

Am Flughafen kämpfen die ukrainischen Milizen Dnipro 1 und das 5. Bataillon des Rechten Sektors. Beide Seiten beanspruchen die Kontrolle über den bereits weitgehend zerstörten Flughafen, der zu einer symbolischen Trophäe für beiden Seiten geworden ist und schon vielen Menschen das Leben gekostet hat. Beim Einsturz von Fußböden im neuen Flughafen scheint es Tote und viele Verletzte bei den ukrainischen Soldaten gegeben zu haben.

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