Versuch einer Extremismus-Analyse in Kaliningrad

Foto: Pressediest der Gebietsregierung via kaliningrad-domizilFoto: Pressediest der Gebietsregierung via kaliningrad-domizil
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[Von Uwe Niemeier] – Das Thema Extremismus zu beleuchten, ist für einen Ausländer im russischen Kaliningrad nicht ganz einfach. Man muss sich in Kreise begeben, die gesellschaftlich nicht akzeptiert sind. Und man muss aufpassen, dass man eine rote Linie nicht überschreitet. Dazu kommt, dass Extremismus ein internationaler Gummibegriff ist.

Was ist extrem? Extrem ist, wenn ich höre, dass Iwan Iwanowitsch kifft. Ich kiffe nicht, also ist Iwan Iwanowitsch Extremist – für mich. Für Pjotr Pawlowitsch ist er kein Extremist, weil der auch kifft. Tatjana Wladimirowna ist Extremistin. Sie schiebt sich jeden Tag fünf Stück Sahnetorte rein und wird dicker und dicker. Ich esse „Fillinchen“ und leide nicht an Übergewicht. Aber ich bin Extremist – in den Augen von Tatjana Wladimirowna – wie kann man sich nur selber so extrem quälen und den Genüssen des Lebens entsagen.

Und es gibt die Extremisten mit einem etwas ernsteren Hintergrund. In Deutschland werden die Neonazis als extrem eingestuft, aber auch die AfD soll extrem sein. Die PDS war Anfang der 90er Jahre extrem und natürlich ist PEGIDA irgendwie naja und so und überhaupt …

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