Veranstaltungsreihe „Die Ukraine – Europäische Reflexionen“, Teil 6

Die Gesprächsreihe „Die Ukraine – Europäische Reflexionen“ mit Intellektuellen aus der Ukraine, Polen und Deutschland beleuchtet die Erwartungen der unterschiedlichen Strömungen in der ukrainischen Protestbewegung, den Blick von Intellektuellen aus und auf die Ukraine, die politischen Handlungsspielräume zur Überwindung der Staats- und Souveränitätskrise, sowie Optionen einer künftigen Orientierung der Ukraine in Europa.

Die Ukraine steckt in einer tiefen Krise. Nach der breiten Protestbewegung gegen die autoritären und korrupten Strukturen des Regimes Janukowytsch, nach dem politischen Umsturz und nach der vermeintlichen Annexion der Krim durch die Russische Föderation gilt es, das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Koordinatensystem des Landes neu zu justieren.

Aber nicht nur die Stabilität und territoriale Integrität der Ukraine sind bedroht, sondern auch die Sicherheit in Europa. Gerade in Phasen der Dynamik und der Unübersichtlichkeit ist es nötig, innezuhalten und nachzudenken. Politik und Öffentlichkeit haben Bedarf an Aufklärung und Erklärung, an Reflexion und Einordnung.

Die Gesprächsreihe „Die Ukraine – Europäische Reflexionen“ mit Intellektuellen aus der Ukraine, Polen und Deutschland beleuchtet die Erwartungen der unterschiedlichen Strömungen in der ukrainischen Protestbewegung, den Blick von Intellektuellen aus und auf die Ukraine, die politischen Handlungsspielräume zur Überwindung der Staats- und Souveränitätskrise sowie Optionen einer künftigen Orientierung der Ukraine in Europa.

Teil 6: „Ukraina – Kultur an der Grenze. Der Grenzraum als Kontaktzone“

Die Ukraine, wörtlich „das Grenzland“, ist von Vielfalt geprägt. Hier berühren und überlagern sich historische und politische Räume, Konfessionen und Sprachen. Über Jahrhunderte standen alle von Ukrainern bewohnten Gebiete unter der Herrschaft Polens bzw. des Großfürstentums Litauen. Der Westen gehörte bis zum Ersten Weltkrieg zum
Habsburgerreich, der Osten zum Russischen Reich. Das alles sowie das sowjetische Erbe haben Spuren in der ukrainischen Kultur hinterlassen.

In der aktuellen Krise werden sprachliche und kulturelle Differenzen als Gegensätze gezeichnet oder gar als Konfliktursache dargestellt. Dabei bieten das reiche historische Erbe, die Mehrsprachigkeit, die Multikulturalität und die Einflüsse von außen Chancen für die
ukrainische Gesellschaft und die Stellung der Ukraine in Europa. Vor allem Schriftsteller und Intellektuelle nutzen sie virtuos. Jurko Prochasko und Andrej Kurkow sind dafür zwei Repräsentanten.

Doch worin liegt die Spezifik der Kultur und der ukrainischen literarischen Landschaft? Wie bewerten Schriftsteller und Essayisten den Einfluss der polnischen, russischen, jiddischen Sprache, Literatur und Kultur auf ihr eigenes Schreiben? Prochasko und Kurkow sind nicht nur zwei der wichtigsten intellektuellen Stimmen der Ukraine, sondern auch Protagonisten, Chronisten und Analytiker der ukrainischen Revolution.
Wie bewerten sie heute die Lage in der Ukraine und die internationale Konstellation – fast sechs Monate nach Beginn des Euromaidan, nach der Eskalation der Gewalt, der Annexion der Krim und im Angesicht der separatistischen Tendenzen in der Ostukraine?

Diskutieren werden Jurko Prochasko, Germanist und Essayist aus Lwiw/Lemberg und Andrej Kurkow, einem bekannten und begnadeten Schriftsteller aus Kiew. Die Moderation übernimmt wieder Dr. Manfred Sapper, der Chefredakteur der Zeitschrift OSTEUROPA aus Berlin.

Der Eintritt beträgt 5.- Euro, ermäßigt 3.- Euro.

20. Mai 2014, 20:00 Uhr, Literaturhaus Berlin, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin