Veranstaltungsreihe „Die Ukraine – Europäische Reflexionen“, Teil 3

Die Gesprächsreihe „Die Ukraine – Europäische Reflexionen“ mit Intellektuellen aus der Ukraine, Polen und Deutschland beleuchtet die Erwartungen der unterschiedlichen Strömungen in der ukrainischen Protestbewegung, den Blick von Intellektuellen aus und auf die Ukraine, die politischen Handlungsspielräume zur Überwindung der Staats- und Souveränitätskrise, sowie Optionen einer künftigen Orientierung der Ukraine in Europa.

Die Ukraine steckt in einer tiefen Krise. Nach der breiten Protestbewegung gegen die autoritären und korrupten Strukturen des Regimes Janukowytsch, nach dem politischen Umsturz und nach der vermeintlichen Annexion der Krim durch die Russische Föderation gilt es, das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Koordinatensystem des Landes neu zu justieren.

Aber nicht nur die Stabilität und territoriale Integrität der Ukraine sind bedroht, sondern auch die Sicherheit in Europa. Gerade in Phasen der Dynamik und der Unübersichtlichkeit ist es nötig, innezuhalten und nachzudenken. Politik und Öffentlichkeit haben Bedarf an Aufklärung und Erklärung, an Reflexion und Einordnung.

Die Gesprächsreihe „Die Ukraine – Europäische Reflexionen“ mit Intellektuellen aus der Ukraine, Polen und Deutschland beleuchtet die Erwartungen der unterschiedlichen Strömungen in der ukrainischen Protestbewegung, den Blick von Intellektuellen aus und auf die Ukraine, die politischen Handlungsspielräume zur Überwindung der Staats- und Souveränitätskrise sowie Optionen einer künftigen Orientierung der Ukraine in Europa.

Teil 3: „Geschichte und Erinnerung“

Über Jahrhunderte haben sich in der Ukraine Wendepunkte der europäischen Geschichte gezeigt. Doch im Westen ist das Wissen über die Geschichte der Ukraine begrenzt. Die universitäre Vermittlung der osteuropäischen Geschichte ist auf Russland zentriert.

Dies schlägt sich auch in der medialen Berichterstattung über die Ukraine-Krise nieder, die nicht frei von historischen Stereotypen und Fehlern ist. Kenntnisse der Geschichte
tragen zur Orientierung bei. Das historische Erbe der Ukraine bestimmt die Gegenwart und Zukunft mit. Doch welche inneren und äußeren Faktoren prägen die Geschichte der Ukraine?

Die Verflechtungen mit Polen, Russland und Österreich sind ebenso relevant wie die Katastrophen des 20. Jahrhunderts, von denen die Ukraine in besonderer Weise betroffen
war. Welche spielen in der aktuellen Krise eine Rolle?

Geschichte und Erinnerung sind grundverschieden. Aber beide sind auch Ressourcen der Macht. Politiker nutzen sie zur Mobilisierung von Menschen, zur Integration und Identitätsstiftung. Konflikte darüber, was und wie erinnert wird, sind nichts anderes als politische Auseinandersetzungen im historischen Kostüm.

Was hat es mit der Erinnerung an die Organisation Ukrainischer Nationalisten und die
Ukrainische Aufstandsarmee auf sich? Welche Folgen hat der Euromaidan für die ukrainische Erinnerungskultur?

Die Diskussion wird geführt von Dr. Anna Veronika Wendland, Historikerin am Herder-Institut Marburg und Wilfried Jilge, ebenfalls Historiker, Moskau/Berlin. Die Moderation übernimmt Dr. Volker Weichsel, der Redakteur der Zeitschrift OSTEUROPA aus Berlin.

Eintritt 5,00 Euro, ermäßigt 3,00 Euro. Anmeldung erbeten an: office@dgo-online.org.

29. April 2014, 20:00 Uhr

Literaturhaus Berlin, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin