Veranstaltungsreihe „Die Ukraine – Europäische Reflexionen“, Teil 2

Die Gesprächsreihe „Die Ukraine – Europäische Reflexionen“ mit Intellektuellen aus der Ukraine, Polen und Deutschland beleuchtet die Erwartungen der unterschiedlichen Strömungen in der ukrainischen Protestbewegung, den Blick von Intellektuellen aus und auf die Ukraine, die politischen Handlungsspielräume zur Überwindung der Staats- und Souveränitätskrise, sowie Optionen einer künftigen Orientierung der Ukraine in Europa.

Die Ukraine steckt in einer tiefen Krise. Nach der breiten Protestbewegung gegen die autoritären und korrupten Strukturen des Regimes Janukowytsch, nach dem politischen Umsturz und nach der vermeintlichen Annexion der Krim durch die Russische Föderation gilt es, das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Koordinatensystem des Landes neu zu justieren.

Aber nicht nur die Stabilität und territoriale Integrität der Ukraine sind bedroht, sondern auch die Sicherheit in Europa. Gerade in Phasen der Dynamik und der Unübersichtlichkeit ist es nötig, innezuhalten und nachzudenken. Politik und Öffentlichkeit haben Bedarf an Aufklärung und Erklärung, an Reflexion und Einordnung.

Die Gesprächsreihe „Die Ukraine – Europäische Reflexionen“ mit Intellektuellen aus der Ukraine, Polen und Deutschland beleuchtet die Erwartungen der unterschiedlichen Strömungen in der ukrainischen Protestbewegung, den Blick von Intellektuellen aus und auf die Ukraine, die politischen Handlungsspielräume zur Überwindung der Staats- und Souveränitätskrise sowie Optionen einer künftigen Orientierung der Ukraine in Europa.

Teil 2: „Sprache und Nation“

Niemanden erstaunt, dass in Deutschland Deutsch gesprochen wird. Doch an Ukrainisch als Staatssprache der Ukraine scheiden sich die Geister. Wieso eigentlich? Russland behauptet, die ethnischen Russen in der Ukraine seien diskriminiert, das Russische marginalisiert.

Sprache ist mehr als ein Mittel der Kommunikation. Sie entscheidet mit über Inklusion und sozialen Aufstieg, ist ein wichtiger Macht- und Wirtschaftsfaktor und zentrales Element der Identitäts- und Nationsbildung.

Seit der Unabhängigkeit der Ukraine wird immer wieder die Forderung laut, Russisch zur zweiten Staatssprache zu erheben. Mehrsprachigkeit in einem Land konstituiert an sich noch keinen Konflikt. Doch die Sprachenfrage lässt sich politisieren und birgt Konfliktpotential.

Welche Wege gibt es, mit der Sprachdifferenz umzugehen? Wie steht es tatsächlich um den Gebrauch des Russischen und des Ukrainischen im Alltag der Ukraine? Gibt es einen Zusammenhang zwischen Muttersprache, nationaler Identität und ukrainischem Verfassungspatriotismus? Welche Antworten die Ukraine darauf findet, hat Einfluss auf den Charakter des ukrainischen Nationalstaats in Zeiten der Globalisierung.

Vortrag von Dr. Volodymyr Kulyk, Politikwissenschaftler, Akademie der Wissenschaften
der Ukraine, Kiew

Moderation Dr. Gabriele Freitag, Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für
Osteuropakunde, Berlin

Der Vortrag und die Diskussion finden in deutscher Sprache statt. Eintritt 5,00 Euro, ermäßigt 3,00 Euro. Anmeldung erbeten an: office@dgo-online.org.

22. April 2014, 20:00 Uhr

Literaturhaus Berlin, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin

Selbstverständlich werden wir Sie über die weiteren Termine der Gesprächsreihe „Die Ukraine – Europäische Reflexionen“ bei russland.RU informieren.

Foto: openDemocracy