Vatikan fordert Solidarität mit der Ukraine

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Friede fällt nicht vom Himmel“, mit dieser Erkenntnis trat Kardinal Leonardo Sandri am vergangenen Dienstag seine Reise in die Ukraine an. Sein Besuch werde sich hauptsächlich auf die östlichen Gebietes des Landes erstrecken, wie Radio Vatikan berichtete. Mit im Gepäck, die Botschaft, die er verkünden soll: „Solidarität und Frieden“.

Kardinal Sandri ist der Vertreter des Vatikans, der für die Ostkirchen zuständig ist. Wie er vor seiner Abreise noch gegenüber dem Sender des Kirchenstaates betonte, wende er sich mit seinem Aufruf die Ukraine zu unterstützen, an sämtliche Christen. Die Botschaft, die er direkt vom Pabst mitbringt gelte daher nicht nur für eine Glaubensrichtung.

Der Papst hat in seiner diesjährigen Friedensbotschaft die Menschen in den Mittelpunkt gestellt, die den Frieden schaffen. Frieden fällt nicht vom Himmel wie ein Fallschirmspringer, es braucht auf der Erde Menschen, die ihn aufbauen und die Einigungen finden. Dialoge, Abkommen und so weiter, um all die Gründe zu überwinden, die zu Krieg oder Konflikt führen“, so der Kardinal.

Vor einem Jahr hatte bereits Papst Franziskus überraschend eine außerordentliche Kollekte zur Unterstützung der Kirche in der Ukraine eingeführt. Damals, eine Woche nach Ostern, hatte der Papst verkündet, er wolle die Nähe und seine persönliche Solidarität mit der Kirche in der Ukraine zum Ausdruck bringen. „Die gesammelten Mittel sind ein Zeichen der Solidarität von Seiten aller Katholiken Europas. Es sind Spenden, die der Papst für alle Menschen in der Ukraine bekommen hat“, erklärte nun Kardinal Sandri.

Diese Hilfe sei eine universelle Botschaft, betonte er und spreche damit alle Menschen an, die Opfer dieser humanitären Krise geworden seien. „Es gibt Hunger, es fehlen Medizin und Häuser und Schulen, nachdem so viel im Konflikt zerstört worden ist“ und der Papst wolle allen helfen. „Wir wollen Erleichterung bringen und Hoffnung für eine Zukunft dieses Landes, das wir alle frei sehen wollen“, so Sandri.

Dies alles geschehe selbstverständlich mit vollem Respekt vor dem Recht, vor dem internationalen Recht und mit dem Respekt vor der territorialen Integrität aller Länder, heißt es weiter bei Radio Vatikan. Der Kardinal nimmt dabei die Rolle des Gesandten an: „Der Papst hat mir den Auftrag gegeben, bei der ‚Unterscheidung’ zu helfen, wie der Papst es mit der Spiritualität des Ignatius von Loyola nennt, um eine neue Zukunft, um Hoffnung, um Lösungen für die Konflikte, um eine vernünftige und menschliche Zukunft zu entdecken.“

Allein 650.000 Kinder in der Ukraine hätten Schwierigkeiten, an Trinkwasser zu gelangen, über 1,5 Millionen Menschen seien durch die Gewalt im Osten des Landes aus ihren Häusern vertrieben worden. Der Kardinal appelliert daher im Namen des Vatikan: „Menschlichkeit und Geschwisterlichkeit, das müssten die Kriterien für das Zusammenleben in diesem an sich reichen Land sein.“

[mb/russland.NEWS]

 

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.