US-Raumfahrt von russischen Raketentriebwerken abhängig

Raketentriebwerk RD 180 © energomasch
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Russland wird trotz der US-amerikanischen Sanktionspolitik weiterhin Raketenmotoren in die Vereinigten Staaten liefern, sagte der russische stellvertretende Ministerpräsident Dmitri Rogosin am Samstag in einem Interview mit dem Fernsehsender »Rossija 24«.

„Sie [die Vereinigten Staaten] haben eine interessante Vorgehensweise. Sie versuchen, Bereiche, die ihnen wichtig sind, nicht [durch Sanktionen] zu beschädigen. Sie sagen, dass die Raumfahrt nichts mit Politik zu tun hat. Wir akzeptieren diesen Raumfahrt-ist-nicht-Politik-Slogan, aber nichts ist ewig“, sagte er.

Die USA seien nämlich nur deshalb daran interessiert, den Vertrag über die Lieferung von Raketenmotoren nicht zu beschädigen, weil ihre Weltraumstarts derzeit von der Lieferung von russischen Raketentriebwerken abhängen.

1997 hatten Moskau und Washington einen Vertrag über die Lieferung von 101 russischen RD-180-Raketenmotoren im Wert von ca. einer Milliarde US-Dollar unterzeichnet. Vor einiger Zeit hatte der US-Kongress versucht, die Verwendung dieser Motoren nach 2019 zu beenden, musste aber das Verbot aufheben als klar wurde, dass in den kommenden Jahren kein Ersatz für sie gefunden werden kann. Kurz darauf bestellte das ULA-Raumkonsortium 20 weitere Motoren vom russischen Hersteller Energomash, die bis 2020 ausgeliefert werden sollen.

[hmw/russland.NEWS]

Über den Autor

Hanns-Martin Wietek
Arbeitet als freier Publizist für russische Literatur und Geschichte für verschiedene Medien. Literaturkritiker für buechervielfrass.de und russland.RU. Seit 2003 bei russland.RU zuständig für Kunst und Kultur und stellt russische Künstler vor.