Unterschiedliche Reaktionen nach Raketenangriff auf DamaskusFoto: commons.wikimedia/Feldstein CC BY-SA 4.0

Unterschiedliche Reaktionen nach Raketenangriff auf Damaskus

Während die westliche Allianz ihre Angriffe auf die syrische Hauptstadt Damaskus als Begründet rechtfertigt, fallen die Reaktionen anderer Staaten verhalten bis negativ aus. Russland und der Iran verurteilen die militärische Maßnahme aufs Schärfste.

Die britische Premierministerin Theresa May schwärmt geradezu, wenn sie den Luftschlag auf Damaskus als „begrenzt, gezielt und effektiv“ kommentiert. Für sie sei der Angriff, den sie als „Vergeltungsschlag“ bezeichnet, „richtig und legal“ gewesen. Anderer Ansicht ist dagegen in Großbritannien der Chef der oppositionellen Labour-Partei, Jeremy Corbyn. Für ihn war schon vor der Ausführung der Gedanke an einen Luftschlag rechtlich fragwürdig. „Bomben retten keine Leben und bringen keinen Frieden“, gab er zu bedenken und forderte den Angriff durch das Parlament mitentscheiden zu lassen.

Auch der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian sah keinerlei Unrechtmäßigkeit in dem Luftschlag. Als „proportioniert und gezielt“ bezeichnete er den Angriff, da dieser nicht gegen die Verbündeten Syriens und auch nicht gegen die Zivilbevölkerung gerichtet war. Unterstützung bekommt er von der NATO. Generalsekretär Jens Stoltenberg sehe dadurch Assads Fähigkeit herabgesetzt, „das syrische Volk weiter mit Chemiewaffen anzugreifen“. Am Nachmittag werde der Nordatlantikrat, das oberste Entscheidungsgremium der NATO, zusammentreffen, um sich über den Angriff auszutauschen, hieß es aus Brüssel.

Angemessene Reaktion oder einfach nur Verbrechen?

Nicht nur Russlands Präsident Wladimir Putin forderte eine eingehende Krisensitzung des UN-Sicherheitsrates. Für ihn habe der Militärschlag einen „destruktiven Einfluss auf das gesamte System der internationalen Beziehungen“, wie er sagte. Laut dem russischen Außenpolitiker Konstantin Kossatschow dienen die Bombardements ausschließlich dazu, die Arbeit der internationalen Inspektoren zu erschweren. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit versucht man die Arbeit der OPCW-Mission zu stören oder sogar ganz zum Scheitern zu bringen“, argumentierte er gegenüber der Nachrichtenagentur Tass. Zudem bezeichnete er das Bombardement als einen „Angriff auf einen souveränen Staat ohne rechtmäßigen Grund“.

Ebenfalls aufs Schärfste kritisierte der oberster Führer des Irans, Ali Chamenei, die Angriffe der USA, Frankreichs und Großbritanniens. Zusammen mit der Regierung verurteilte er die Luft- und Raketenangriffe, da sie einen ein klaren Verstoß gegen internationale Vorschriften darstellten. „Ich sage es ganz offen: Die Angriffe waren ein Verbrechen und die drei an den Angriffen beteiligten Regierungschefs sind dementsprechend Verbrecher“, fand Chamenei deutliche Worte. Darüber hinaus verurteile der Iran zudem jeglichen Einsatz von chemischen Waffen, wie das Außenministerium der Nachrichtenagentur Isna mitteilte. Der Iran sehe daher die Angriffe als Vorwand, um einem Mitgliedsstaat der Vereinten Nationen zu schädigen.

Die iranischen Revolutionsgarden fanden ebenfalls klare Worte für das Vorgehen der Allianz. „Die Amerikaner wollten ja nie die Untersuchungsergebnisse der angeblichen Giftgasangriffe abwarten, sondern suchten nach einem Vorwand für ihre Angriffe“, hieß es. Ein Sprecher betonte, dass die „Abenteuerpolitik“ der USA die Sicherheit der Region gefährde und werde Konsequenzen habe. Außerdem würden sich die Amerikaner „dadurch selber schaden“.

Auch der türkische Präsident Recep Erdogan äußerte sich vor kurzem noch „äußerst besorgt“ über das „Armdrücken“ der USA. Inzwischen bezeichnet die Türkei den Angriff jedoch als „angemessene Antwort“ auf den syrischen Militäreinsatz.

[mb/russland.NEWS]

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