Unsterbliches Regiment marschiert auch in New York City

Unsterbliches Regiment Sewastopol 2016 © wietek
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Der Marsch des Unsterblichen Regiments fand auch in der Innenstadt von New York statt.

Über 1.000 Teilnehmer zogen am westlichen Ufer des Hudsons in Manhattan entlang. Die Enkel und Urenkel der Sowjetveteranen marschierten gemeinsam mit den Enkeln und Urenkeln der US-Veteranen, sie alle trugen die Bilder ihrer Großväter und Urgroßväter.

Ein 25jähriger amerikanischer Student, der das Bildnis seines Urgroßvaters Henry Peterson trug, sprach davon, dass dieser Medikamente, Lebensmittel und Ausrüstung zum sowjetischen arktischen Hafen Murmansk gebracht habe. Immer wieder habe er ihn gebeten, von den Ereignissen zu erzählen. Er konnte es jedoch nicht, weil die Ereignisse zu schrecklich waren und viele Menschen vor seinen Augen getötet worden seien. Die Mission der Vereinigten Staaten, über Murmansk der Sowjetunion zu helfen, sei sicher eine der gefährlichsten gewesen, denn die US-Schiffe waren hervorragende Ziele für die faschistischen Flieger und U-Boote, sagte Urgroßvater Peterson. Nach dem Krieg heiratete Peterson eine russische Frau.

Die Teilnehmer am Marsch des Unsterblichen Regiments sangen sowjetische Kriegslieder und gaben den Passanten St. Georgs-Bändchen, worauf sich viele von ihnen dem Marsch anschlossen.

Nikolai Sajzew, einer der mitmarschierenden Veteranen erzählte, er könne sich noch sehr gut an all die Ereignisse erinnern und die Helden dürften nicht vergessen werden, denn wenn die Erinnerung an sie verschwinde, sei Tür und Tor für die Verfälschung der Geschichte geöffnet.

„Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass Russland und die USA im Kampf gegen den Faschismus zusammenstanden und dass die Sowjetunion eine große Rolle beim Sieg über den Feind spielte.“ Er fände es bedauerlich, dass der Beitrag, den die Sowjetunion im Krieg gegen den Faschismus geleistet habe, hier in den USA nicht entsprechend gewürdigt werde.

Die Märsche des Unsterblichen Regiments fanden in den USA im Jahr 2015 zum ersten Mal in drei US-Städten auf Initiative der russischen Jugend in der Amerika-Vereinigung statt.

[Hanns-Martin Wietek/russland.NEWS]

Über den Autor

Hanns-Martin Wietek
Arbeitet als freier Publizist für russische Literatur und Geschichte für verschiedene Medien. Literaturkritiker für buechervielfrass.de und russland.RU. Seit 2003 bei russland.RU zuständig für Kunst und Kultur und stellt russische Künstler vor.