Umfrage: Wann ist man russisch?

Der wichtigste vereinigende Faktor der Russen ist ihre Staatsbürgerschaft, wie eine Studie des soziologischen Forschungszentrums „Öffentliche Meinung“ (russ. Abk.: WZIOM) zum Thema „Moderne russische Identität“ ergab, schreibt die Zeitung “Iswestija”. Die Experten definieren Identität als eine Eigenschaft der menschlichen Psyche, sich selbst mit unterschiedlichen sozialen, nationalen, beruflichen, sprachlichen, politischen, religiösen und anderen Gruppen zu vergleichen.

 

Für einen Staat ist die nationale Identität des Volkes am wichtigsten, weil sie die Nation prägt. Mit anderen Worten: Die Nation ist eine „imaginäre politische Gemeinschaft“, deren wichtigste Merkmale die Abgrenzung zu anderen Nationen und der Anspruch auf Selbstständigkeit sind. Anhand der Studienergebnisse behaupten die WZIOM-Experten, dass in Russland in den mehr als 20 Jahren der Unabhängigkeit eine einheitliche Nation entstanden sei, und zwar nicht nach nationalen, sondern nach bürgerlichen Merkmalen. 57 Prozent der Befragten sehen sich als russische Bürger. 63 Prozent sind stolz auf ihre russische Staatsbürgerschaft. Eine regionale Selbstidentität lässt sich bei nur 35 Prozent der Befragten beobachten.

Jeweils 16 Prozent identifizieren sich mit ihrer Generation (1960er-Jahre, Zeit des Stagnation in den 1970er- bzw. frühen 1980er-Jahren, Perestroika in den späten 1980er-Jahren, 1990er-Jahre und mit ihrer Nationalität – Russen, Tataren, Ukrainer usw.). Moderne Nationen entstünden aufgrund gemeinsamer Werte und nicht nach dem ethnischen Prinzip, so das Mitglied des wissenschaftlichen Rates von WZIOM Leonti Bysow. Das gelte auch für Russland, wo die Gesellschaft sich unabhängig von ihren ethnischen Wurzeln zu gemeinsamen nationalen Interessen bekenne, betonte er.

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