Ukrainische Sberbank richtet Hilferuf an Poroschenko

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Die ukrainische Tochtergesellschaft der russischen Sberbank hat in einem offenen Brief den ukrainischen Präsidenten Poroschenko um Hilfe gebeten, meldet die Nachrichtenagentur TASS.

PAO „Sberbank“ fordert Sie auf, umgehend Maßnahmen zur Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Rechte der Kunden und Mitarbeiter und  der Arbeit einer der führenden Geschäftsbanken in der Ukraine zu ergreifen“, – heißt es in einem offenen Brief an Poroschenko.

Die mehr als 2.000 Mitarbeiter der Bank seien alle ukrainische Bürger. Die Bank „ist eine der größten ukrainischen Geschäftsbanken…, übt seine Tätigkeit auf der Grundlage einer Lizenz der NBU [Nationalbank der Ukraine – hmw], ausschließlich im Rahmen der ukrainischen Gesetzgebung [aus]…[und] ist einer der größten Steuerzahler in der Ukraine – in den letzten drei Jahren belief sich die Summe aller Steuern und Gebühren der Bank in Staats-und Ortsbudgets, auf 1,8 Milliarden hryvnias“ (etwa $ 67 Millionen).

Im Brief wird auch darauf hingewiesen, dass sich die Strafverfolgungsbehörden weigern, die Verstöße der Radikalen gegen das Gesetz wahrzunehmen.

Am Dienstag haben Nationalisten die Mitarbeiter der Bank nicht das Gebäude der Bank betreten lassen. An den Eingängen zu den Büros standen Zelte und brannten Lagerfeuer, der Hof zur Bank war mit Sandsäcken verbarrikadiert und die Eingänge zu den Abteilungen wurden zugemauert. Polizeibeamte nahmen keinen Anstoß an der Situation und im Polizei-Pressebericht wurde die Aktion nicht erwähnt.

Mitglieder des ukrainischen nationalistischen Bataillons „Asow“ und der Organisation „Rechter Sektor“ bewachten alle Abteilungen der Bank rund um die Uhr, mit dem Ziel, die Arbeit zu blockieren. So wollen sie die Nationalbank der Ukraine zwingen, die Lizenz der Bank zu widerrufen, und die Werchowna Rada veranlassen, auf der legislativen Ebene ein Gesetz über das Verbot der Arbeit der russischen Banken in der Ukraine zu beschließen.

[hmw/russland.news]

Über den Autor

Hanns-Martin Wietek
Arbeitet als freier Publizist für russische Literatur und Geschichte für verschiedene Medien. Literaturkritiker für buechervielfrass.de und russland.RU. Seit 2003 bei russland.RU zuständig für Kunst und Kultur und stellt russische Künstler vor.