Ukrainische bewaffnete Radikale attackierten Donezker Wasserwerk

Bassurin, Eduard im Gespräch mit unserem Redakteur Hartmut Hübner © russland.news
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In der Nacht auf Samstag haben ukrainische bewaffnete Kräfte eine Filterstation des Donezker Wasserwerks besetzt und die Wasserversorgung für Teile des Donezker Gebietes, u.a. Gorlowka unterbrochen.

Vom Territorium des Wasserwerkes aus beschossen die militanten Nationalisten – nach Augenzeugenberichten u.a mit großkalibrigen Minenwerfern, deren Einsatz nach Minsk II in einem Korridor von 15 Kilometern beiderseits der Kontaktlinie verboten ist, – auch Wohngebiete der „Donezker Volksrepublik“.
„Sie wissen, dass sich unsere Einheiten an die Minsker Vereinbarungen halten und das Feuer nicht auf lebenswichtige Objekte eröffnen und fühlten sich deshalb sicher“, so Militärsprecher Eduard Bassurin.

Außerdem lieferten sich diese bewaffneten Gruppierungen auch Gefechte mit der ukrainischen Armee, bei denen in den letzten Tagen zehn ukrainische Soldaten starben. Daraus könne man den Schluss ziehen, so Bassurin, dass die ukrainische Führung weder willens noch in der Lage sei, die Situation in der Ukraine zu kontrollieren. Die führenden Mächte der Welt sollten dafür sorgen, dass die schriftlichen Garantievereinbarungen vom 16. März 2016 über den Truppenrückzug aus der Kampfzone umgesetzt werden.

Die ukrainische Armee beschoss in den vergangenen zwei Tagen mit verbotenen Minenwerfern großen Kalibers Ortschaften in der „Donezker Volksrepublik“, u.a. Gorlowka, Saizewo, Alexandrowka, Debalzewo. Unter dem Feuer der ukrainischen Armee lag auch die wichtigste Verbindungsstraße zwischen Donezk und Gorlowka.

Für die Umsetzung der Minsker Vereinbarungen setzte sich auch die frühere ukrainische Kampfpilotin und heutige Parlamentsabgeordnete Nadeshda Sawtschenko ein, die am Wochenende ukrainische Kriegsgefangene in der „Donezker Volksrepublik“ (DNR) besuchte. „Ich rufe die Führer des „Normandie-Formates“ auf, bei der Umsetzung des Gefangenenaustausches „Alle gegen alle“ zu helfen“, erklärte sie.
Sawtschenko war 2014 selbst in Russland als Schützin eines ukrainischen Kampfhubschraubers wegen Mordes an zwei russischen Journalisten von einem russischen Gericht zu 22 Jahren Haft verurteilt worden und kam im Austausch nach zwei Jahren wieder frei.

Die Ombudsfrau der DNR, Darja Morosowa teilte mit, dass Nadeshda Sawtschenko, bei ihrem Besuch bei den ukrainischen Kriegsgefangenen die Hoffnung auf eine baldige Befreiung stärkte. Ein konkretes Datum habe die ukrainische Abgeordnete jedoch nicht genannt.

„Die heutige Reise war ein privater Besuch von Nadeshda Sawtschenko. Sie wollte sich selbst überzeugen und auf diese Weise die ukrainische Führung zur Erfüllung der Minsker Vereinbarungen drängen. Wir hoffen, dass dies Wirkung hat,“ sagte Morosowa.
[Hartmut Hübner/russland.news]

Über den Autor

Hartmut Hübner
Gelernter und sogar diplomierter Journalist. Nachdem ich im Ergebnis einer Fahrt auf einem Riesenrad von meinem ursprünglichen Wunsch, Pilot zu werden, endgültig Abschied genommen hatte, beschloss ich als, „rasender Reporter“ aus der ganzen Welt zu berichten. Als „Mittagspausen-Notenkoch“ im Schulfunk und Volontär bei der Berliner Zeitung „Junge Welt“ begann meine journalistische Karriere, die sich nach dem Studium als Verantwortlicher für eine Zeitung im sächsischen Gesundheitswesen, Pressesprecher an der Leipziger Sporthochschule DHfK und Redakteur an der Leipziger Volkszeitung fortsetzte, bis ich mir einen Kindheitstraum erfüllte und ein freies Korrespondentenbüro in Moskau übernahm. Das war 1995 – und seither lässt mich Russland nicht mehr los.