Ukraine wildert Bären aus

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Ukrainische Tierschützer haben gute Arbeit geleistet. In Domaschyr und Synewyr im Westen der Ukraine werden Braunbären wieder auf ein Leben in Freiheit vorbereitet. Die Tiere, die bisher in Gefangenschaft gehalten wurden, werden in Auffangstationen und einem „Bärenwald“ gesundheitlich betreut und aufgepäppelt, um anschließend ausgewildert werden zu können.

Sie wurden in Privatzoos für die gaffende Öffentlichkeit in Käfigen gehalten, traten im Zirkus auf oder dienten als Tanzbären bei Veranstaltungen. Die Lebensumstände der Braunbären waren in der Regel erbärmlich. Laut Natalja Wyschnewska, die sich selbst als Tierrechtsanwältin bezeichnet, habe mittlerweile ein Prozess des Umdenkens in der Ukraine um sich gegriffen. Auf die Bemühungen von Tierschutzaktivisten hin konnten inzwischen viele Tiere aus der Gefangenschaft befreit werden, um sie wieder in ihren natürlichen Lebensraum einzugliedern.

Die bewaldeten Hügel der Westukraine, Ausläufer der Ostkarpaten, die sich von Polen bis in die Slowakei erstrecken, sind seit jeher der natürliche Lebensraum des europäischen Braunbären. Man schätzt die heutige Population in der Region auf etwa siebzig Tiere, wohingegen in der gesamten Ukraine weit über hundert Bären in Gefangenschaft leben. Die österreichische Tierschutzorganisation Vier Pfoten hat die Situation erkannt und bemüht sich seit 2012 darum, diese Tiere wieder in ihr natürliches Habitat einzugliedern.

„So um 2015 bis 2016 hat die ukrainische Gesellschaft aufgrund des Drucks von Aktivisten verstanden, dass die Haltung von Tieren unter diesen Bedingungen nicht zivilisiert ist, und die Besitzer von privaten Zoos haben verstanden, dass sie etwas falsch machen und haben mit uns zusammengearbeitet. Und wir haben die Möglichkeiten diese Bären in eine bessere Umgebung umzusiedeln. Hätten wir diese Möglichkeiten nicht, wäre es unmöglich, die Besitzer zu zwingen die Bedingungen für die Tiere zu verbessern“, sagt Natalja Wyschnewska, die für die österreichische Organisation vor Ort tätig ist.

Die Auffangstation Domaschyr, die seit 2016 in ihrer ersten Bauphase fast auf acht Hektar angewachsen ist und über eine Freifläche von drei Hektar verfügt, soll einmal Platz für etwa dreißig Bären bieten. Insgesamt wird die Anlage, so der Plan, am Ende zwanzig Hektar umfassen, die außer in den Wintermonaten für Besucher zugänglich sind. Mittlerweile leben in beiden Stationen nach Angaben der Organisation über zwanzig Tiere und warten darauf, nachdem sie ihre medizinische Betreuung hinter sich gebracht haben, wieder in ihre natürliche Umgebung entlassen zu werden.

[mb/russland.NEWS]