Ukraine: Polizeigewalt empört Janukowitsch – Opposition will Neuwahlen

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Moskau. Nach starker Kritik an dem Vorgehen gegen Demonstranten in der Ukraine hat sich der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch zutiefst empört über die Gewalt der Polizei gezeigt. Er ordnete eine unabhängige Untersuchung an und versprach, dass die Verantwortlichen bestraft würden.

Eine Spezialeinheit der Polizei hatte am frühen Samstagmorgen eine Kundgebung von Anhängern eines EU-Kurses der Ukraine aufgelöst. Dabei sollen rund 40 Menschen verletzt worden sein. Nach Angaben der ukrainischen Polizei sollen 35 Personen wegen Rowdytums und Widerstands gegen die Staatsgewalt festgenommen worden sein, welche aber nach der Protokollierung wieder freigelassen wurden.

Als erste Konsequenz dieses Polizeieinsatzes soll der Leiter der ukrainischen Präsidialadministration Sergej Lawotschkin sein Rücktrittsgesuch eingereicht haben, dieses meldete die ukrainische Agentur Unian am Samstag. Viktor Janukowitsch habe den Rücktritt von Lawotschkin aber noch nicht angenommen, verlautete es weiter.

Lawotschkin wird vorerst vom ukrainischen Innenminister Vitali Sachartschenko abgelöst, dessen Amt sein erster Stellvertreter Viktor Dubowik übernimmt, teilte Radio Swoboda (Radio Liberty) mit Hinweis auf Quellen im Innenministerium mit.

Opposition will Neuwahlen

Nach der gewaltsamen Auflösung von Protesten gegen die ukrainische Regierung fordert jetzt die Opposition Neuwahlen und droht mit einem Generalstreik. Vehement kommen diese Forderungen aus Richtung der Oppositionspartei Udar (Schlag), die Partei des Box-Weltmeisters Vitali Klitschko.

„Ab nächster Woche wird das Parlament blockiert sein. Wir werden diesen Behörden keine Chance geben, volksfeindliche Entscheidungen zu treffen“, teilt der Pressedienst von Klitschko mit.

Die Verantwortung für die Ereignisse der vergangenen Nacht haben der ukrainische Präsident und Innenminister Vitali Sachartschenko zu tragen, auf dessen Rücktritt die Opposition besteht, erklärte der Leiter der größten Oppositionsfraktion Batkiwschtschina („Vaterland“), Arseni Jazenjuk, am Samstag.

Im Kiewer Stadtkern wollen am Sonntag erneut Zehntausende Menschen für eine Annäherung an die Europäische Union demonstrieren.