Ukraine: Opposition kontrolliert den Majdan nicht mehr [mit Video]

In der Ukraine stehen die Protestierenden nicht mehr unter der Kontrolle der oppositionellen Kräfte. Der Widerstand gegen die Sicherheitskräfte ist in Straßenschlachten übergewachsen. Gegen die Sicherheitskräfte werden Steine und Knallkörper geworfen, jene reagieren mit Blendgranaten. Über 100 Angehörige der Sicherheitskräfte wurden verletzt, viele befinden sich wegen schwerer Schädelverletzungen in Krankenhäusern. Es wurde auch ein russischer Journalist verletzt, der sich jetzt ebenfalls in stationärer Behandlung befindet. Die Situation in der Ukraine weckt Besorgnis in der Uno.

Die Miliz hat mehr als 50 Protestierende festgenommen, hauptsächlich Radikale aus dem Lager Rechter Sektor. Sie rufen auf, das gesamte Staatssystem zu zerbrechen und bewaffnete Revolutionskräfte und eine Revolutionspolizei zu schaffen. Dabei verlangen sie für sich selbst Privilegien: die Versicherung ihres Lebens und ihrer Gesundheit bei ausländischen Versicherungsgesellschaften. „Mag Krieg sein, aber das Essen bitte pünktlich“, so kommentiert der ukrainische Experte und Chefredakteur der Zeitung „Kiewski Telegraf“, Wladimir Skatschko, die Situation:

„In der Ukraine wird ein gewisses Gemisch aus tunesischer, ägyptischer und syrischer Variante angewandt – ohne eine äußere Einmischung, doch unter Mitwirkung gut vorbereiteter, ausgerüsteter und bezahlter Kämpfer, die als Provokateure die Menge aufwiegeln. Wie die Sicherheitskräfte festgestellt haben, handelt es sich um Leute mit krimineller Vergangenheit oder um jene, die weiter nichts zu tun haben, außer sich als politische Söldner in ihrem Heimatland zu verdingen.“

Den Oppositionsführern ist die Kontrolle über die Situation bereits entglitten. „Man möchte nicht von der Möglichkeit eines Bürgerkrieges sprechen“, erklärte in einem Interview der Chef der Partei UDAR Vitali Klitschko. Indessen ist es gerade Klitschko, der laut an alle appelliert, zum Majdan zu kommen. Jetzt könne sich die Situation in zwei Richtungen entwickeln, vermutet der ukrainische Politikwissenschaftler Oleg Bondarenko:

„Es gibt jetzt keine mittlere Variante. Entweder jagt Viktor Janukowisch den Majdan auf harte Weise auseinander, oder aber der Majdan verjagt auf harte Weise Viktor Janukowitschs Macht. Einen dritten Weg gibt es nicht. In den nächsten Tagen muss sich Janukowitsch entscheiden. Jetzt geht es bereits um die Verhängung des Ausnahmezustandes im Land.“

Die Uno ruft die Konfliktparteien weiterhin zu einem konstruktiven Dialog auf. Die Ukrainer müssen hinsichtlich des weiteren Entwicklungsweges des Landes zu einem Einvernehmen gelangen, erklärte der Generalsekretär der Vereinten Nationen Ban Ki Moon. In seinem offenen Appell betonte er, alle müssten Zurückhaltung demonstrieren, möglichst auf Gewalt verzichten und die demokratischen Prinzipien auf friedlichem Wege behaupten.
[Stimme Russlands]