Ukraine: Massenschlägerei in Odessa [mit Videos]

Euromaidaner und Antimaidaner prügeln - Rauchbomben und Schlagstöcke im Einsatz

Eigentlich sollte in Odessa heute ein Feiertag sein, denn es ist der 70. Jahrestag der Befreiung von der Besatzung Nazi-Deutschlands. Angesichts der angespannten Lage hier im mehrheitlich russischsprachigen Teil der Ukraine konnte das wohl auch kaum gut gehen und prompt kam es zu einer Massenschlägerei zwischen Euro- und Antimaidanern aus der Stadt.

Zunächst wirkte alles friedlich, als die offizielle Parade zum Jahrestag begann:

Die Spannung war jedoch gerade zu diesem Jubiläum groß. Denn es wird gerade von den Russland-freundlichen Antimaidanern groß gefeiert, während die prowestlichen Euromaidaner eher in der Tradition von Gruppen stehen, die damals gegen die Rote Armee kämpften, zeitweise an der Seite von Hitler. Das zeigt sich auch an diesem heutigen Beitrag, wo ein Euromaidaner zum Schrecken seines russischsprachigen Umfelds auf einer Siegesfahne des Zweiten Weltkriegs seine Schuhe abputzt:

Flaggenschändung soll denn auch laut der örtlichen Onlinezeitung Tajmer der Auslöser der Schlägerei gewesen sein. Antimaidaner hätten schwarz-rote Fahnen des ukrainisch-neofaschistischen „Rechten Sektors“ in Rauch aufgehen lassen. Daraufhin griffen die Euromaidaner, wohl selbst Anhänger der Neonazis an und die Massenschlägerei nahm ihren Lauf:

Schlagstöcke und Rauchbomben sollen zum Einsatz gekommen sein. Bevor die Polizei die Streithähne trennen konnte, gab es bereits eine schwere Kopfverletzung bei einem Euromaidaner. Danach zogen beide Seiten zusätzliche Kräfte zusammen, so dass noch nicht klar ist, on die Deeskalation der Polizei dauerhaft erfolgreich ist. In Odessa ist die Situation aktuell auch deswegen besonders explosiv, da die Stadt am Westrand des mehrheitlich russischsprachigen Gebietes liegt und die Hochburgen der westukrainischen Nationalisten von hier nicht weit sind. Auch wurde der Führer der Antimaidan-Opposition Davidtschenko vor einigen Wochen verhaftet und nach Kiew verschleppt.