Ukraine: Marsch anlässlich des 75. Jahrestages der Ukrainischen Aufstandsarmee

Verdienstkreuz der UPA Bild Alex K gemeinfrei

Am „Tag der Verteidiger des Vaterlandes“ marschierten am Samstag im Zentrum von Kiew Tausende zu „Ehren der Helden“. Der Marsch wurde von den nationalistischen Kräften der Ukraine zum 75. Jahrestag der Bildung der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) organisiert.

Am Marsch nahmen nach unterschiedlichen Aussagen zwischen drei und siebentausend Menschen teil. Die Nationalisten nannten den Marsch „die letzte Warnung an die Behörden“ wegen des vom ukrainischen Parlament angenommenen „Gesetzes über den Status des Donbass“.

„Die politische Führung vertritt nicht die Interessen des Volkes. Wenn sie nicht den falschen Weg verlässt, wird eine neue Revolution unvermeidlich sein“, warnten Propagandabroschüren, die in den Straßen von Kiew verteilt wurden.

Teilnehmer marschierten in den nach Taras Schewtschenko benannten Park. Dann bewegte sich die Kolonne mit Flaggen der Ukraine und nationalistischer Organisationen entlang der zentralen Straßen Kiews ins Zentrum. Die Polizei berichtete, dass es „keine schweren Verletzung der Rechtsstaatlichkeit durch die Prozessionsteilnehmer außer der Verbrennung von Rauchbomben und Feuerwerkskörpern“ gegeben habe.

Der Zug wurde von berittener Polizei begleitet. Insgesamt waren fünftausend Angehörige der Nationalen Polizei und der Nationalgarde in der Stadt im Einsatz.

Die UPA wurde 1943 von der Organisation der Ukrainischen Nationalisten – einer ultrarechten politischen Organisation, die hauptsächlich in der Westukraine tätig war, aufgestellt. Um die Unabhängigkeit der Ukraine zu erreichen, bediente sich die OUN extremistischer Methoden, einschließlich terroristischer Akte. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete die OUN mit den Geheimdiensten der Nazis gegen die Sowjetunion zusammen.

Nachdem Nazi-Deutschland jedoch keine unabhängige Ukraine zuließ, kämpfte die UPA zusammen mit Partisanen und Sowjetsoldaten gegen die deutsche Wehrmacht.

Die UPA war wesentlich an Massakern gegen Juden und andere Minderheiten beteiligt.

[hmw/russland.NEWS]

Über den Autor

Hanns-Martin Wietek
Arbeitet als freier Publizist für russische Literatur und Geschichte für verschiedene Medien. Literaturkritiker für buechervielfrass.de und russland.RU. Seit 2003 bei russland.RU zuständig für Kunst und Kultur und stellt russische Künstler vor.