Ukraine kämpft im Osten mit Museumswaffen

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Die ukrainische Armee verwendet im bewaffneten Konflikt gegen die aufständischen Separatisten im Donbass mittlerweile Kriegsgerät aus dem Ersten Weltkrieg. Im Besonderen schwören die Soldaten auf das Maxim-Maschinengewehr aus dem Jahr 1910.

Als wäre sowieso nicht schon alles kompliziert genug im Donbass, macht man sich nun auch noch an höchster Stelle Gedanken um die Effizienz der ukrainischen Truppe. Auf die persönliche Bitte einzelner Einheiten hin, genehmigte Nikolai Schewzow, der Ressortleiter „Bewaffnung“ bei den ukrainischen Streitkräften, den Einsatz dies Museumsstücks bei der sogenannten „Anti-Terror-Operation“ gegen die pro-russischen Rebellen.

Im, wenngleich bisher illegalen, Einsatz ist das Maxim-Maschinengewehr der Baureihe PM 1910 schon längst. Vorrangig „auf Stützpunkten und Sperrstellen zur Feuerverstärkung“, bestätigte Schewzow dem Nachrichtenportal „Ukranews“ gegenüber. Der Ressortleiter wies darauf hin, dass das Maxim-Maschinengewehr gegen „lebende Gruppenziele“ auf eine Distanz von 1.000 Metern wirksam sei. Zudem sei sein Lauf selbst nach intensivem Schießen so robust, dass er nicht gewechselt werden müsse.

Ursprünglich ist das MG aus britischer und deutscher Produktion. Seit 1904 stand es als lizenzierter Nachbau im Dienst der zaristischen Armee unter Nikolaus II. und wurde bis 1943 sogar noch von der Roten Armee verwendet. Insgesamt wiegt das PM 1910 mit der „Sokolow-Radlafette“ mehr als 65 Kilogramm. Bei einer Kadenz von 500–600 Schuss/min kann das Maxim-MG bis zu 250 Patronen im Magazin aufnehmen. Nachdem das PM 1910 von der Sowjetarmee ausgemustert wurde, erfüllte es noch seine Dienste noch im Korea- sowie Vietnamkrieg.

[mb/russland.RU]

 

 

 

 

 

 

Über den Autor

Michael Barth
1961 in Nürnberg geboren und von da aus ab 1979 die große weite Welt erkundet. Die Wege führten anfangs nach Klein- und Mittelasien und waren stets das Ziel. Immer mit im Gepäck, der sehnsüchtige Blick auf die schier unerreichbare UdSSR. Dann fiel der eiserne Vorhang, die Pfade führten nach Nordosten. Durch einen glücklichen Umstand tat sich letztendlich Russland auf. Der berufliche Werdegang verlief zunächst sehr unjournalistisch. Ständig auf der Suche nach neuen Aufgaben und Herausforderungen war nach der Ausbildung zum Kirchenmaler vom Krematoriumsarbeiter bis zum R’n’R Caterer so ziemlich alles dabei, was Abenteuer und Ungewöhnlichkeit versprach. In Russland kam 2008 der Journalismus hinzu. Weltenbummeln und schreiben – perfekt. Zuerst bei einer kleinen Gazette und ab 2012 ernsthaft im Feuilleton bei russland.RU. Seit 2014 dort Chefredakteur.