Typisch Russland: Küchengespräch in einer “Krähensiedlung”

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[Von Nika Grigorian] Die “Kommunalka”, eine Wohnung mit mehreren Hausparteien, ist ein Relikt aus der Sowjetzeit. Obschon die Stadt  im Rahmen eines grossangelegten Programms die Aussiedlung der Bewohner der Gemeinschaftswohnungen betreibt, leben noch heute Tausende in einem gemeinsamen Haushalt. Ein typisches “Küchengespräch” spiegelt die Probleme und Hoffnungen dieser Menschen.

“Inzwischen galten die Bewohner der großen Gemeinschaftswohnung Nummer drei als zickige Personen und wurden im ganzen Haus für ihre ständigen Skandale und schweren Streitereien bekannt. Der Wohnung Nummer drei gab man schliesslich den Spitznamen “Die Krähensiedlung.” So beschreiben die berühmten sowjetischen Schriftsteller Ilja Ilf und Jewgeni Petrow in ihrem Roman “Das golden Kalb” die klassische russische Gemeinschaftswohnung (im Jargon “Kommunalka”).

Solche Wohnungen entstanden in der Sowjetunion wegen der grassierenden Wohnungsnot, besonders in der Nachkriegszeit als die Menschen keine andere Möglichkeit zu wohnen hatten. Aber obschon der sozialistische Staat bereits vor mehr als zwanzig Jahren unterging, hat sich St. Petersburg noch nicht von den letzten “Krähensiedlungen” befreit.

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