Typisch Russland: Eine kleine Petersburger Schokoladengeografie

[Von Eugen von Arb] Wie sehr ich ein echtes Schweizerkind geblieben bin, dem man einfach ein Stück Schokolade in den Mund zu stecken braucht, um es still zu halten, wurde mir erst hier in Russland richtig bewusst. Ich halte es mit der Schokolade wie die Russen mit dem Wodka, den sie als “reines Heilmittel” anpreisen und konsumiere die braune Droge in fast allen Lebenslagen.

Auch jetzt liegt zwischen dem Computer und einer dampfenden Tasse Schwarztee eine angebrochene Tafel “Ossobyi” (“Die Besondere”). Das Besondere an dem Erzeugnis aus dem Leningrader Hause “Krupskaja” (zu Ehren von Lenins Gattin benannt) ist, dass diese Schokolade mehr Milch enthält als die landesübliche schwarze Schokolade.

Bezüglich Milchschokolade ist hier nicht viel zu wollen. Russen mögen sowieso lieber Schokolade mit bunten Chemiefüllungen, Beeren oder Yoghurt. Sie wäre ihnen wohl völlig egal, gäbe es nicht die finnische Firma “Fazer”, die ihre Schokolade mit allen möglichen interessanten Stoffen wie zum Beispiel Pfefferminze versetzt und in fröhlich blau-weisse Papierchen verpackt. Ihr Dauerhit ist “Geisha”, eine Schokolade mit Pralinenfüllung, die es problemlos mit allen Schweizer Tafeln aufnehmen kann.

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